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Landespolitik Kochs Albtraum ist ein bürgerlicher Rechtsanwalt

13.11.2006 ·  Ihr Streit erhitzt viele Gemüter. Hessens FWG-Vorsitzender Braun wirft CDU-Chef Koch vor, er habe die Freien Wähler mit Blick auf die Wahl 2008 kaufen wollen. Doch an dem früheren CDU-Mitglied aus Bad Soden selbst ist nichts aufregend.

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Im Streit mit den Freien Wählern hat Hessens CDU-Chef und Ministerpräsident Roland Koch am Montag den Ton verschärft. Im Rundfunksender FFH warf Koch der Landesführung der FWG ein „intrigantes Spiel“ und einen „Rachefeldzug“ vor. Die FWG habe die Union in den vergangenen Jahren massiv unter Druck gesetzt.

Dabei ist an Kochs Gegenspieler und Hessens FWG-Chef Thomas Braun eigentlich gar nichts aufregend. Wenn es einen Idealtypus der bürgerlichen Mitte gäbe, käme möglicherweise der 43 Jahre alte Mann heraus, der Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) seit Tagen ernsthafte Sorgen bereitet. „Ich bin verheiratet, habe zwei kleine Kinder, bin Rechtsanwalt von Beruf und lebe in Bad Soden am Taunus“, so hat sich Braun vor gut einem Jahr den Landesdelegierten der Freien Wähler Hessen vorgestellt.

Braun früher selbst in der Union

Wenig später wurde hoch aufgeschossene Schnauzbartträger mit über 80 Prozent zum neuen Landesvorsitzenden der FWG gewählt. Nun drängt er mit Macht in den hessischen Landtag, denn bei der Wahl 2008 sind die Freien Wähler das erste Mal seit 30 Jahren wieder dabei.

Wenn es nach Braun gegangen wäre, säße er längst als Bürgermeister im Rathaus des Taunusstädtchens Bad Soden. „Das war sein Traum“, sagt der heutige Sodener CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Ochs. 24 Jahre lang, also seit früher Jugend war Braun Mitglied in der CDU, die er nun so scharf angreift - mitten im Wahlkreis seines fünf Jahre älteren Duzfreundes Roland Koch.

Die CDU-Fraktion des wohlhabenden Frankfurter Vororts hatte Braun bereits einige Jahre geführt und sich auf das Amt des Verwaltungschefs vorbereitet. 2003 sollte es für den gebürtigen Offenbacher so weit sein, doch seine Parteifreunde entschieden sich für Norbert Altenkampf, der später mit großer Mehrheit gewählt wurde.

„Stehvermögen hat er bei uns nicht bewiesen“

Nach Angaben aus der Bad Sodener CDU wollte Braun nicht akzeptieren, daß neben ihm parteiintern weitere Bewerber für das Bürgermeisteramt geprüft werden sollten. Er habe sich als Kronprinz gesehen und dann sämtliche Ämter im September 2002 über Nacht hingeschmissen. Motive für einen Racheakt Brauns sieht der CDU-Fraktionsvize Marcus Mann nicht: „Da war kein Kontakt mehr. Wir arbeiten im Parlament vertrauensvoll mit den Freien Wählern zusammen.“

So konkret kann oder will Braun sich an seinen Abschied von der CDU nicht erinnern. Eine Vielzahl von Gründen und Ereignissen habe damals dazu geführt, erzählt der Rechtsanwalt. Ganz sicher habe sein Ausscheiden aber nichts mit Roland Koch zu tun, gegen den er auch keinerlei Rachegelüste verspüre.

Bei Kommunalwahlen sei Braun von der Spitze der CDU-Liste regelmäßig ein paar Plätze nach hinten gerutscht, wie die ehemaligen Parteifreunde berichten. „Seine kühle Art kommt bei den Wählern nicht so gut an. Stehvermögen hat er bei uns auch nicht bewiesen“, meint Ochs. Mit Versöhnung und Wiederannäherung an die CDU hat sich der ehrgeizige Braun nicht lange aufgehalten und sein von jeher starkes politisches Engagement auf die Freien Wähler verlagert.

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