21.06.2006 · Der Opel-Zoo in Kronberg möchte einen öffentlichen Fußweg einbeziehen und für die Öffentlichkeit sperren lassen. Dafür sollen die Kronberger freien Eintritt erhalten.
Zahlreiche Kronberger haben bei einer Bürgerversammlung am Dienstag abend Kritik geübt am Vorhaben des Magistrats, den Philosophenweg zu sperren. Der öffentliche Weg führt von Kronberg durch den Opel-Zoo nach Königstein und teilt das Freigehege in zwei Hälften. Der Magistrat hatte sich mit dem Zoo darauf geeinigt, den Weg für die Öffentlichkeit zu sperren. Als Gegenleistung will der Zoo allen Kronbergern freien Eintritt gewähren.
Der Philosophenweg könne dann zu den Öffnungszeiten des Zoos benutzt werden, aber nur in Richtung Kronberg, sagte der Direktor des Tiergartens, Thomas Kauffels. In Richtung Königstein müßten Spaziergänger um das Gehege herumgehen, über den Scheibelbuschweg südlich am Zoo vorbei oder auf einem Fußweg zur Straße Im Haak und dann an der Bundesstraße455 entlang. Bei dieser Lösung werde es nur noch einen Eingang in den Zoo geben, den bisherigen Haupteingang an der B 455. An der Ostseite des Zoos könne das Freigehege durch ein Drehkreuz verlassen werden. Nachts werde der Durchgang durch den Zoo ganz geschlossen. Der Opel-Zoo übernehme die Instandhaltung des Philosophenwegs und der beiden Wege um das Gehege herum.
Kritik: Der Weg gehöre den Bürgern
Etliche Kronberger Bürger, die sich gegen diese Pläne aussprachen, erhielten Applaus. Sie forderten, der Philosophenweg müsse zu jeder Zeit in beiden Richtung zu begehen sein. Der Wunsch des Zoos, sich den alten Spazierweg einzuverleiben, gehe zu weit. Der Weg sei älter als der Zoo und gehöre den Bürgern, die sich enteignet fühlten, falls er nicht mehr frei zugänglich sei. Der Umweg nach Königstein über den Scheibelbuschweg sei unzumutbar. Auch wenn diese Strecke nur 30 Meter weiter sei, sei auf ihr doch ein größerer Höhenunterschied zu überwinden, deshalb mache sie alten Menschen deutlich mehr Mühe. Einige Bürger hießen dagegen das Vorhaben gut. Sie freuten sich auf die Möglichkeit, den Zoo unentgeltlich besuchen zu dürfen. Auch dafür gab es Applaus.
Zoodirektor Kauffels erläuterte, warum er den Weg in den Tierpark integrieren will: Besucher des Zoos gingen bei ihrem Rundgang auch über den Philosophenweg und müßten mehrfach an Kontrollstellen ihre Eintrittskarte vorweisen. Diebstähle und Beschädigungen im Zoo werden nach seinen Worten zu 95 Prozent von Leuten angerichtet, die nachts über den Philosophenweg gingen. Dabei seien auch schon Tiere zu Schaden gekommen.
Bürgermeister Wilhelm Kreß (SPD) wies darauf hin, daß für den Zoo schon ein Bebauungsplan gilt. Darin sind zwei Fußgängerbrücken über den Philosophenweg vorgesehen, damit die Zoobesucher bei einem Rundgang beide Hälften des Tiergeheges ansehen können. Der Weg bleibt in diesem Fall offen und wird nur von Spaziergängern, aber nicht mehr von Zoobesuchern benutzt. Kauffels sagte, es werde zu teuer, diese Brücken zu bauen. Auch deshalb solle der Philosophenweg Teil des Rundwegs im Zoo werden.