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Kriminalstatistik Bouffier: Hessen so sicher wie nie

15.02.2007 ·  Auf 100.000 Hessen kommen gut 7000 Straftaten. Die Aufklärungsquote bei Straftaten hat im vergangenen Jahr mit 55,1 Prozent eine Rekordmarke erreicht. Das Land sei „so sicher wie nie“, sagt Landesinnenminister Bouffier (CDU).

Von Ralf Euler
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Die Aufklärungsquote bei Straftaten hat im vergangenen Jahr in Hessen mit 55,1 Prozent eine Rekordmarke erreicht. Das Land sei „so sicher wie nie“, befand Innenminister Volker Bouffier (CDU) gestern bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2006. Die Zahl der registrierten Straftaten sank demnach um 14.592 Fälle (minus 3,3 Prozent) auf 427.238. Besonders erfreulich ist aus Sicht des Ministers, dass auch bei Delikten wie Wohnungseinbruch, Straßenkriminalität und Körperverletzung ein Rückgang zu verzeichnen sei. Für die Stadt Frankfurt vermeldete das Innenministerium ebenfalls eine positive Entwicklung: Die Zahl der Straftaten sank dort um rund 7000 auf 106 769, die Aufklärungsquote blieb mit 57,2 Prozent unverändert.

Mit 7013 Straftaten je 100.000 Einwohner gehöre Hessen mittlerweile zu den sichersten Bundesländern, sagte Bouffier. Er führt das vor allem auf zusätzliche Kontrollen, die Konzentration auf Mehrfachstraftäter und moderne Fahndungsmethoden zurück - so beispielsweise auf den Einsatz digitaler Technik bei der Auswertung von Schuh- und Reifenspuren am Tatort und die konsequente Auswertung von DNA-Spuren. Mittlerweile müssten acht von zehn Verdächtigen eine Speichelprobe abgeben, und die Zahl der erkennungsdienstlichen Behandlungen sei innerhalb von vier Jahren auf mehr als 40 000 verdoppelt worden. Zudem mache sich die verbesserte Aus- und Fortbildung der Polizisten positiv bemerkbar.

Weniger Drogentote als im Vorjahr

Laut Polizeistatistik gingen die Fallzahlen bei jenen Delikten, die eine besondere Bedeutung für das Sicherheitsgefühl der Bürger haben, zum Teil deutlich zurück: Wohnungseinbruch minus 12,7 Prozent, Straßenkriminalität minus 6,7 Prozent, Autodiebstähle minus 31,5 Prozent (auf den niedrigsten Wert seit 1971), sexueller Missbrauch von Kindern minus 16,2 Prozent und Taschendiebstahl minus 16 Prozent. Die Zahl der Körperverletzungen (29.914 Fälle) verringerte sich indes nur um 0,1 Prozent. Auch wurden allein mehr als 8000 Fälle häuslicher Gewalt (plus 5,3 Prozent) aktenkundig.

Bei Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag, versuchter Totschlag) ging die Zahl der Fälle ebenfalls zurück: und zwar um fünf auf 325 Fälle (minus 1,5 Prozent). Die Zahl der Drogentoten nahm um vier auf 99 Personen ab. Vor 15 Jahren waren in Hessen noch mehr als 300 Menschen an den Folgen ihrer Rauschgiftsucht gestorben. Häufigste Todesursache ist hierbei weiterhin der Konsum von Heroin.

SPD: Bei Fallzahlen der Stand von 1999 erreicht

Die Grünen im Landtag wiesen darauf hin, dass die Fallzahlen seit Beginn des Jahrzehnts um 4,8 Prozent gestiegen seien. Minister Bouffier sei jetzt auf dem Stand angekommen, den er 1999 von seinem sozialdemokratischen Vorgänger Gerhard Bökel übernommen habe, sagte der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph. Die Aufklärungsquote betrug damals allerdings nur 47,5 Prozent.

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat im Gegensatz zu manchen Befürchtungen nicht zu einer Zunahme der Straftaten geführt. Im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorjahrszeitraum sank die Kriminalitätsrate während des vierwöchigen Turniers sogar um 13,7 Prozent. Landespolizeipräsident Norbert Nedela führt das auf eine deutlich stärkere öffentliche Präsenz der Polizeibeamten in diesem Zeitraum zurück. Außerdem saßen seiner Ansicht nach „damals auch Kriminelle lieber vor dem Fernseher als auf Diebestour zu gehen.“

Schleierfahndung schreckt Straftäter ab

Die sogenannte Schleierfahndung, die verdachtsunabhängige Kontrolle von Fahrzeugen und deren Insassen auf Autobahnen und Bundesstraßen, erweist sich als ein zunehmend erfolgreiches Einsatzmittel der hessischen Polizei. Vergangenes Jahr wurden bei Großeinsätzen dieser Art mehr als 231.000 Personen und fast 130.000 Autos überprüft, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die Kontrollen führten nach Angaben des Innenministeriums zu gut 10.000 Ermittlungsverfahren, vor allem wegen Rauschgift- und Eigentumsdelikten; in 217 Fällen wurden Waffen sichergestellt. Landespolizeipräsident Norbert Nedela schilderte gestern einen Fall vom April 2006. Bei einer Schleierfahndung am Mönchhofdreieck hätten Beamte in einem Wagen 100 Gramm Marihuana sichergestellt. Der eigentliche Fahndungserfolg habe sich aber erst bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung eingestellt: Dort seien zwei Rohrbomben, eine Polizeiuniformjacke und drei Schusswaffen gefunden worden. Dass die Kontrollen in Hessen besonders scharf seien, habe sich inzwischen bis ins Ausland herumgesprochen, berichtete Nedela weiter. In Bankräuberkreisen werde vor Raubzügen im Rhein-Main-Gebiet gewarnt. Den Landespolizeichef freut das: „Da wird einem warm ums Herz.“

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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