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Kommentar Ypsilanti oder Untergang

14.01.2007 ·  Das Datum ist wichtig, denn 2007 könnte sich in Hessen zum Jahr der Andrea Ypsilanti entwickeln: Am Dienstag soll die SPD-Landesvorsitzende in Wiesbaden auch zur Vorsitzenden der Landtagsfraktion gewählt werden. Ein Kommentar von Ralf Euler.

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In zwei Tagen. Das Datum ist wichtig, denn 2007 könnte sich in Hessen zum Jahr der Andrea Ypsilanti entwickeln: Am Dienstag soll die SPD-Landesvorsitzende in Wiesbaden auch zur Vorsitzenden der Landtagsfraktion gewählt werden, dann wäre sie die unangefochtene Nummer eins der hessischen Sozialdemokratie. Diese Gewissheit braucht die Neunundvierzigjährige, die sich im Dezember bei der Entscheidung über die SPD-Spitzenkandidatur zur Landtagswahl knapp gegen den bisherigen Fraktionschef Jürgen Walter durchgesetzt hatte, allerdings auch.

Denn vor ihr liegt eine wahre Herkulesaufgabe. Sie muss nicht nur aus einer weitgehend orientierungslosen, zutiefst verunsicherten und an vielen Punkten zerstrittenen Partei eine schlagkräftige Einheit formen, sondern auch in der direkten Auseinandersetzung mit einem der gewieftesten Politiker und Wahlkämpfer der Republik bestehen.

Zur Zusammenarbeit verdammt

Eine Chance gegen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat die SPD-Linke aus Frankfurt nur, wenn sie Ideologen, Idealisten und Pragmatiker in den eigenen Reihen für sich gewinnen und in den nächsten zwölf Monaten mindestens ein Drittel der Wähler davon überzeugen kann, dass Hessen unter einer SPD-geführten Regierung besser dastünde. 35 Prozent müssen es für die Sozialdemokraten wohl mindestens sein, wenn es im Januar 2008, zusammen mit den Grünen, für eine Ministerpräsidentin Ypsilanti reichen soll. Angesichts von 29,1 Prozent bei der Landtagswahl 2003 und aktuellen Umfragewerten von nur noch 27 Prozent ein extrem ehrgeiziges, aber auch kein unerreichbares Ziel.

Anders gesagt: Die Parteichefin und ihre Genossen von links und rechts sind zur Zusammenarbeit - und zu Kompromissen - verdammt. Denn sollte dies nicht das Jahr von Andrea Ypsilanti werden, müsste die ehemalige Hessen-Partei SPD ihren Führungsanspruch im Land wohl für sehr lange Zeit aufgeben.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.01.2007, Nr. 2 / Seite R1
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