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Klettersport Siebzehn Meter bis zur Hallendecke

26.03.2009 ·  Am Wochenende eröffnet das „Landesleistungszentrum für den Klettersport“ auf der Lichtwiese in Darmstadt – für Profis und Anfänger.

Von Rainer Hein, Darmstadt
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Wenn Juliane Wurm und Jan Hojer am Samstag im neuen Kletterzentrum auf der Lichtwiese vor der 17 Meter hohen Kletterwand stehen, werden sie unter 120 möglichen Routen auswählen können. Und zwar in den Schwierigkeitsgraden drei bis elf. Da die beiden Spitzenkletterer amtierende deutsche Meister sind, ist anzunehmen, das sich Wurm und Hojer für die größte Herausforderung entscheiden: Stufe elf mit maximaler Kletterlänge von 30 Metern, eine Route, die vermutlich über alle Vorsprünge hinwegführt, die die in Gelb und Organe gehaltene Kletterfläche bietet. Anschließend könnten die beiden noch ein wenig Bouldern, wie das Klettern ohne Seil und Gurt bis in Absprunghöhe genannt wird. Dafür steht im „Landesleistungszentrum für den Klettersport in Südhessen“ eine eigene Trainingsfläche zur Verfügung.

Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Kletterzentrums der Sektion Darmstadt-Starkenburg des Deutschen Alpenvereins hat Sektionsvorsitzender Michael Moneke schon die ersten Gäste begrüßen können, die freundlicherweise mit einem Scheck gekommen sind. Die Entega, ein Unternehmen des Darmstädter Energieversorgers HSE, unterstützt als Partner den Alpenverein über die nächsten drei Jahre, wobei Geschäftsführer Karl-Heinz Koch nicht verriet, in welcher Höhe. Diese Zusammenarbeit ist für den Club von einiger Bedeutung.

Ein weiteres Kletterzentrum soll in Kassel entstehen

Die Schwierigkeiten, mit denen die Sektion zu kämpfen hatte, sind laut Moneke zwar mittlerweile ausgeräumt. Zur Finanzierung der Gesamtkosten von 2,7 Millionen Euro für das Zentrum, das direkt an das Sport- und Gesundheitszentrum der Technischen Universität anschließt, sei man aber außer auf Zuschüsse des Landes, der Stadt, des Deutschen Alpenvereins sowie der 700.000 Euro Eigenmittels des Vereins auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen.

Für die Sektion bedeutet die Kooperation mit dem Energieunternehmen, dass dessen Kindersportclubs die Kletterhalte sowie andere Einrichtungen des Alpenvereins nutzen können, der noch die „Darmstädter Hütte“ in Tirol und die „Starkenburger Hütte“ in den Stubaier Alpen sowie Hütte und Klettergarten im Odenwald betreibt. Die Vereinbarung sieht vor, dass in Heubach einmal im Jahr ein Zeltlager organisiert wird, wo Kinder und Jugendliche das Klettern lernen können. In der nächsten Zeit will Entega neun weitere Kindersportclubs in der Region gründen. Die Nähe zum Darmstädter Alpenverein suchte das Unternehmen, wie Koch sagte, wegen des „nachhaltigen Umgangs mit Umwelt und Natur“, der beide verbinde. In der neuen Kletterhalle selbst verweist eine Entega-Kletterroute mit Haltegriffen in den Farben des Unternehmens auf den Sponsor.

Wie Moneke erläuterte, ist das Landesleistungszentrum das erste Kletterzentrum des Alpenvereins dieser Art in Hessen. Ein weiteres soll in Kassel entstehen. Die Anlage steht grundsätzlich allen am Klettern interessierten Menschen offen. Kommen können Anfänger, für die es Einführungskurse gibt, bis hin zu Leistungssportlern und Mitgliedern des Nationalkaders, für die das Kletterzentrum als Bundesstützpunkt ausgewiesen ist. Der Sektionsvorsitzende rechnet im Schnitt mit 80 Besuchern am Tag, die Preise sind gestaffelt für Mitglieder und Nichtmitglieder und liegen bei der Tageskarte zwischen acht und 13,50 Euro. Wer über keine Kletterausrüstung verfügt, kann sich im Zentrum eine ausleihen.

Die mehr als 7000 Vereinsmitglieder der Darmstädter Alpenvereinssektion können außerdem den benachbarten Kraftraum und die Sauna im TU-Sport- und Gesundheitszentrum mitbenutzen. Umgekehrt steht den Studenten und Beschäftigten der Universität der Besuch der Kletterhalle offen, die von montags bis samstags von 10 bis 22.30 Uhr und sonntags von 10 bis 21 Uhr geöffnet hat (weitere Informationen im Internet unter www.kletterzentrum-darmstadt.de).

Mit der Eröffnung der Kletteranlage erweitert sich das Sportangebot auf dem Campus Lichtwiese um eine neue Disziplin, wenngleich die Kletterei dort schon vor mehr als einem Jahr Einzug gehalten hat. 2007 eröffnete in einem Waldstück des Sportgeländes ein Hochseilgarten, der nur wenige Fußminuten vom Landesleistungszentrum entfernt liegt. Die Kletterwald Neroberg GmbH bietet dort fünf verschiedene Kletterparcoure an, die für ambitionierte Sportler, aber auch für Ungeübte konzipiert sind. Das Eröffnungsprogramm am Samstag und Sonntag gestalten neben Wurm und Hojer weitere Spitzenkletterer wie Thomas Tauporn (Vizeweltmeister Jugend A), Max Wörner (amtierender Juniorweltmeister) oder Marcel Dippon vom Jugendnationalkader. Das Programm beginnt am Samstag um 11 Uhr mit Schnupperklettern, zur offiziellen Eröffnungsfeier am Sonntag ist auch Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) angekündigt.

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