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Kernkraft Für Biblis ist das Jahr gelaufen

07.11.2006 ·  Die beiden Blöcke des Atomkraftwerkes Biblis werden in diesem Jahr nicht wieder angefahren. Der Grund: In beiden Blöcken sind falsche Dübel eingebaut worden, mit denen Rohrleitungen erdbebensicher aufgehängt werden.

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Die beiden Blöcke des südhessischen Atomkraftwerkes Biblis werden in diesem Jahr nicht wieder angefahren. Die Überprüfung der Dübel auf korrekten Sitz werde Monate dauern, erklärte Kraftwerksleiter Hartmut Lauer am Montagabend beim 59. Kraftwerksgespräch, zu dem vor allem Politiker aus Biblis, den umliegenden Gemeinden und dem Kreis eingeladen worden waren. Bei Proben hatte sich herausgestellt, daß etwa jeder zweite der bis zu 30 Zentimeter langen Metalldübel nicht korrekt eingebaut worden war. Lauer betonte, sie hätten trotzdem noch große Haltekraft; nur bei einem schweren Erdbeben würden voraussichtlich einige Dübel versagen.

Als Grund für die nicht korrekt verankerten Dübel nannte Lauer eine Verkettung mehrerer Einzelfehler. Die Dübel halten unter anderem Rohrleitungen; sie waren bei einer Nachrüstung seit 2001 in den Blöcken A und B eingebaut worden, um die Standfestigkeit der Installationen etwa bei extremen Erdbeben zu verbessern. Fehlerhafte montierte Dübel waren erst Anfang Oktober bei der routinemäßigen Revision im Block A gefunden worden. Als sich bei Stichproben auch im Block B solche Fehler fanden, wurde der Block Mitte Oktober ebenfalls heruntergefahren.

Eigene Kapazitäten als Ersatz

Bis zum Abschluß der Sanierungsarbeiten bleiben beide Blöcke abgeschaltet, so Lauer. RWE überlege noch, ob die routinemäßige Revision des Blocks B im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten vorgezogen werden kann. Um den Produktionsausfall in Biblis auszugleichen, greife der Kraftwerksbetreiber RWE auf eigene Kapazitäten zurück und kaufe Strom an der Deutschen Strombörse in Leipzig.

Video: Streit über Atomausstieg

Lauer verteidigte den umstrittenen Antrag, den älteren Block A länger als geplant laufen zu lassen, indem so genannte Reststrommengen des stillgelegten Atomkraftwerkes Mülheim-Kärlich auf diesen Block übertragen werden. Dieser Antrag sei nach dem Atomkonsens über den Ausstieg aus der Kerntechnik zulässig. Biblis A, der älteste noch laufende Reaktor Deutschlands, soll nach dem Atomkonsens eigentlich 2008 abgestellt werden. RWE will ihn bis 2011 laufen lassen. Einen entsprechenden Antrag bei Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte RWE Ende September gestellt. Eine Entscheidung Gabriels steht noch aus.

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