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Keltenfürst soll auf Dauer in der Wetterau gezeigt werden

25.08.2005 ·  Das Original und nicht nur eine Kopie der Sandsteinstatue des Keltenfürsten vom Glauberg soll auf Dauer im geplanten Keltenmuseum im Osten der Wetterau ausgestellt werden. Dafür hat sich am Donnerstag ...

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Das Original und nicht nur eine Kopie der Sandsteinstatue des Keltenfürsten vom Glauberg soll auf Dauer im geplanten Keltenmuseum im Osten der Wetterau ausgestellt werden. Dafür hat sich am Donnerstag Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) nach einem Gespräch mit Gerd Weiß, dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege, und dem Landesarchäologen Egon Schallmayer ausgesprochen. Ministeriumssprecher Ulrich Adolphs sagte auf Anfrage, Corts neige zu der Auffassung, die Originalfunde dort auf Dauer zu zeigen, wo sie Mitte der neunziger Jahre gefunden worden seien.

Erst am Mittwoch hatte der Wetterauer Landrat Rolf Gnadl (SPD) geäußert, daß für ihn nur der Wetteraukreis "als endgültiger Ausstellungsort" für die rund 2500 Jahre alten Funde aus den Fürstengräbern vom Glauberg in Frage komme. Die bedeutenden Fundplätze in der Region, zu denen neben dem Glauberg auch die keltische Saline in Bad Nauheim zähle, zeigten, daß die Wetterau eine wichtige Siedlungslandschaft zur Zeit der Kelten gewesen sei.

Von den früheren Wissenschaftsministerinnen Christine Hohmann-Dennhardt (SPD) und Ruth Wagner (FDP) habe es "Vorfestlegungen" gegeben, die Originalfunde im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt auf Dauer zu zeigen und für das geplante Keltenmuseum am Glauberg Kopien anzufertigen, erläuterte Corts' Sprecher. Von seiten des Landesmuseums war dies bislang damit begründet worden, daß es schwierig sein werde, in dem Museum am Glauberg die hohen Sicherheitsstandards zu garantieren, die für die bedeutenden Funde notwendig seien. Zudem sei Darmstadt auch verkehrstechnisch besser zu erreichen.

Gnadl äußerte, er befürworte die neuen Vorstellungen des Ministers, zumal dieser erklärt habe, daß bis zum Jahr 2007 mit dem neuen Museum am Glauberg ein bundesweit bedeutsames Keltenzentrum errichtet werden solle. Der Landrat sagte, Darmstadt sei zwar als Jugendstilstadt, nicht jedoch als keltisches Siedlungsgebiet bedeutsam. "Bei uns könnten die keltischen Funde für sich in einem ihnen angemessenen Rahmen präsentiert werden und die Verbindung zu den Fundorten, die erst den besonderen Reiz ausmacht, gewährleistet werden", sagte Gnadl. Erst in der vorigen Woche war in Glauberg in einer Silogrube das Skelett einer Frau gefunden worden, die möglicherweise zur Zeit des Keltenfürsten gelebt hatte (F.A.Z. vom 19. August).

Hessens spektakulärster archäologischer Fund war erst vor einem Monat vom Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden in einer großen Holzkiste und in reichlich Styropor gebettet zum Landesmuseum nach Darmstadt transportiert worden. Mit Goldschmuck und Eisenwaffen bestückt, wird das Abbild des frühkeltischen Adligen dort demnächst mit drei weiteren Figuren sowie den mehr als 100 Grabbeigaben in einer Ausstellung über die faszinierende Welt der Kelten zu sehen sein.

Der Keltenfürst war bereits bei Sonderausstellungen in der Frankfurter Schirn, in Berlin und in Bonn gezeigt worden. Das Landesmuseum hat die archäologischen Kostbarkeiten bereits vor einigen Jahren nach Auskunft des Archäologen Bernhard Pinsker "zu einem Schnäppchenpreis" gekauft. Der Ministeriumssprecher sagte, es sei sinnvoll, die restaurierten Funde bis zur Eröffnung des geplanten Keltenmuseums in Darmstadt zu zeigen, anstatt sie in der Restaurationswerkstatt in Wiesbaden aufzubewahren.

Die frühkeltischen Gräber aus dem fünften Jahrhundert vor Christus waren zwischen 1994 und 1996 auf dem Glauberg ausgegraben worden. Als archäologische Sensation galt dabei die fast zwei Meter hohe und 230 Kilogramm schwere Sandsteinfigur, die 1996 am Rande eines rund 50 Meter großen kreisrunden Grabhügels entdeckt wurde. Die vollplastische Statue ist bis auf die Füße vollständig erhalten. Die Figur, die eine auffällige Blattkrone ziert, gilt als das bislang detailreichste Abbild eines keltischen Fürsten. Später wurden drei weitere fast identische Figuren ausgegraben, von denen jedoch nur einzelne Fragmente erhalten sind. Wo die Statuen ursprünglich aufgestellt waren, ist nicht bekannt. Möglicherweise hatte die Großplastik ihren Standort am Fuß des Grabhügels in einem "heiligen Bezirk", in dessen Graben sie gefunden wurde. jjo.

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