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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

„Jugend debattiert“ Nur Argumente zählen

11.04.2008 ·  „Sollen Eltern die Schulbücher ihrer Kinder selbst bezahlen?“ Die 15 Jahre alte Isabel Warner hat dagegen so gute Argumente, dass sie zur Siegerin in der Sekundarstufe I bei „Jugend debattiert“ gewählt wurde.

Von Hans Riebsamen
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Sollte Hessens neuer Kultusminister Jürgen Banzer (CDU) daran denken, die Lehrmittelfreiheit abzuschaffen, sollte er zuerst einmal mit Isabel Warner diskutieren. Die 15 Jahre alte Schülerin der Wiesbadener Diltheyschule hat gute Argumente dafür, dass der Staat weiterhin Schulbücher und anderes Lehrmaterial zur Verfügung stellt. Warner würde dem Minister nicht nur entgegenhalten, dass Hartz-IV-Empfänger nicht das Geld haben, um teure Mathebücher zu kaufen. Sie würde auch darauf hinweisen, dass selbst Mittelstandsfamilien mit zwei Kindern finanziell in Schwierigkeiten gerieten. Und sie würde Banzer warnen, dass er sich Proteste ohne Ende einhandeln würde – wie einst der Hamburger Senat, als er die Lehrmittelfreiheit probeweise abschaffte.

Vermutlich würde Isabel Warner Kultusminister Banzer überzeugen, denn die Schülerin kann überzeugend argumentieren. So überzeugend, dass die Juroren des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ beim Hessenfinale sie im Hessischen Rundfunk zur Siegerin in der Sekundarstufe I gekürt haben. „Sollen Eltern die Schulbücher ihrer Kinder selbst bezahlen?“ hatte die Frage gelautet.

„Soll die NPD verboten werden?“

Auch Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) könnte in einer schwierigen Frage geholfen werden. In der derzeit alle Innenminister bewegenden Frage: „Soll die NPD verboten werden?“ Unbedingt, sagte der 17 Jahre alte Nikolas Jacobs, ebenfalls Schüler der Diltheyschule. Sein Hauptargument lautete, es gehe nicht an, dass eine verfassungsfeindliche Partei mit Geldern aus der Wahlkampfkostenerstattung oder Fraktionsgeldern von ebenjenem demokratischen Staat alimentiert werde, den die Rechtsextremisten abschaffen wollten.

Mit seinen Ausführungen hat Jacobs die Jury überzeugt und den ersten Platz in der Sekundarstufe II eingeheimst. Am 14. Juni fahren Warner und Jakobs zusammen mit den Zweitplazierten Matthias Hansal (Bad Wildungen) und Gunnar Buchhold (Gelnhausen) zum Bundesfinale nach Berlin. Hoffentlich drückt ihnen der Kultusminister die Daumen. Schließlich wäre es schön, wenn Hessen zumindest bei „Jugend debattiert“ vorne wäre.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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