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Interview „Ich sehe mein Engagement in Hessen noch nicht abgeschlossen“

 ·  Der hessische Ministerpräsident Roland Koch spricht im Interview über die Unterrichtsgarantie, Studiengebühren, den Flughafenausbau, Andrea Ypsilanti und einem vielversprechenden Ministerpräsidenten.

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Roland Koch spricht im Interview über die Unterrichtsgarantie, Studiengebühren, den Flughafenausbau, Andrea Ypsilanti und einem vielversprechenden Ministerpräsidenten.

Sie haben für das nächste Jahr drei Wünsche frei.

Soviel Glück habe ich selten: drei Wünsche auf einmal. Ich hoffe, daß sich die wirtschaftliche Entwicklung in Hessen wie prognostiziert noch besser anläßt als in einer sich erfreulich entwickelnden deutschen Wirtschaft. Ich hoffe zudem, daß wir unsere wichtigen Projekte in der Infrastruktur, insbesondere den dringend notwendigen Ausbau des Frankfurter Flughafens, plangemäß fortsetzen können. Und ich hoffe, daß wir es schaffen, weiterhin so viele Menschen im Ehrenamt zu bewegen, sich mit vielen Ideen um viele Dinge in Sport, Kultur oder im sozialen Bereich zu kümmern, die der Staat allein gar nicht regeln kann und auch nicht sollte.

Wir bieten Ihnen eine „Wunschgarantie plus“: Müßten Sie sich nicht auch wünschen, daß es mit der „Unterrichtsgarantie plus“ besser klappt?

Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Wir Deutschen neigen ja manchmal zu Perfektionismus und erwarten, daß ein Projekt an zweitausend Schulen in Hessen auf Knopfdruck reibungslos anläuft. Daß uns nur noch wenige Menschen in den Schulen auf Schwierigkeiten aufmerksam machen, zeigt, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Erstmals in Deutschland machen wir Schule auch zu einer Dienstleistung für Schüler und Eltern, indem wir den Unterricht, der zu erteilen ist, auch unter Vertretungsbedingungen aufrechterhalten. Das hat noch niemand in Deutschland probiert.

Wäre es nicht dennoch zutreffender, von einer Betreuungsgarantie statt von einer Unterrichtsgarantie zu sprechen?

Im Konzept Verläßliche Schule - Unterrichtsgarantie plus waren immer zwei Elemente angelegt. Erstens: Wenn auf dem Stundenplan steht, daß Kinder in der Schule sind, sollen sich Eltern darauf verlassen können, daß die Schüler nicht früher nach Hause geschickt werden. Das ist in Hessen als erstem Bundesland inzwischen verwirklicht, und verläßliche Betreuung hat einen hohen Wert. Zweitens: Schülerinnen und Schüler müssen Abschlußarbeiten schreiben, die im ganzen Land gleich sind. Deshalb haben sie einen Anspruch darauf, daß man sich auch gleichmäßig um Unterricht kümmert. Doch Unterricht ist ja nicht nur das sture Abarbeiten des Lehrplans, sondern besteht auch aus Wiederholen, um die nächste Stunde leichter zu machen. Das kann auch in einer Vertretungsstunde passieren. Und auch Vertretungslehrer, die uns dabei helfen, sind eine Bereicherung für die Schule.

Sie befürchten also nicht, dieses Thema könne Ihnen die Landtagswahl vermasseln?

Auf gar keinen Fall. Am Ende wird es ein weiterer Beweis dafür sein, wie stark und letztlich erfolgreich wir die Schullandschaft in Hessen verändert haben.

Wissen Sie, wie viele Studenten in Hessen wahlberechtigt sind?

Da wir 160.000 Studentinnen und Studenten haben, gehe ich davon aus, daß ein erheblicher Teil von ihnen in Hessen Wahlrecht hat.

Befürchten Sie nicht, daß Ihnen die Studenten oder auch deren Eltern bei der Landtagswahl wegen der Studiengebühren in die Parade fahren?

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