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Hofheim/Wallau Weitere Vorgaben für Ikea-Homepark

05.02.2010 ·  In Hamburg-Altona bringt das neue Projekt von Ikea sogar die Bürger auf die Straße. Sie wollen das schwedische Möbelhaus in die Fußgängerzone haben statt auf die grüne Wiese. So viel Gegenliebe erfährt Idea rund um Hofheim nicht, wenn es um den geplanten Homepark geht.

Von Mechthild Harting
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In Hamburg-Altona bringt das neue Projekt des schwedischen Möbelkonzerns Ikea sogar die Bürger auf die Straße. Bei einem Bürgerentscheid sprachen sich jetzt im Januar 77 Prozent dafür aus, den ersten Möbelmarkt der Kette nicht auf der grünen Wiese, sondern in der Stadt an einer Fußgängerzone zu errichten. So weit ist es im Rhein-Main-Gebiet noch nicht. Zunächst sind die Mitglieder der Regionalversammlung Südhessen gefragt, ob sie bei ihrer nächsten Zusammenkunft Mitte Februar den Plänen von Ikea für die Deutschlandzentrale in Hofheim-Wallau folgen.

Unumstritten sind die Erweiterungspläne des Unternehmens für das eigentliche Möbelhaus sowie zusätzliche Büroflächen. Bei dem geplanten „Homepark“, einem von Ikea geplanten angrenzenden Fachmarktzentrum, machen die Planer hingegen Vorgaben, die das Aus für das derzeitige Konzept bedeuten müssten.

Fachmärkte „rund um das Wohnen“

Die Schweden wollen nach eigenen Angaben mit dem „Homepark“ hochwertige Spezialmöbelanbieter und sonstige Fachmärkte „rund um das Wohnen“ ansiedeln. Dabei würde die eine Hälfte der Fläche auf Spezialmöbelgeschäfte entfallen, die andere auf Märkte für Elektronik, Babybedarf, Fahrräder und einen Zoofachhandel. Diese Märkte sind von ihrem Sortiment her im Planerdeutsch „innenstadtrelevant“ und stehen, spätestens seit man sich allerorten mit Einzelhandelskonzepten beschäftigt, unter besonderer Beobachtung.

Als die Ikea-Pläne im Sommer bekannt wurden, regte sich in den Nachbarstädten, vor allem Wiesbaden, Mainz und Frankfurt, denn auch Widerstand. Schließlich sollte der „Homepark“ zu Beginn knapp 24.000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, mehr als Ikea heute am Standort Wallau hat. Der Möbelkonzern reagierte und reduzierte im Herbst den Umfang des „Homeparks“. Er ist nun um 29 Prozent kleiner als zunächst beantragt. Reduziert wurden vor allem die Flächen für die Möbelgeschäfte, die Fachmärkte blieben unverändert. Deren Auswirkungen auf die Innenstadt fürchten jedoch die Städte, Einzelhandelsverbände sowie die Industrie- und Handelskammer Frankfurt.

„Nicht zentrenrelevant“ ist erlaubt

Die Geschäftsstelle der Regionalversammlung, das Regierungspräsidium Darmstadt, hat den 99 Kommunalpolitikern nun eine Vorlage erarbeitet, die den „Homepark“ mit der reduzierten Verkaufsfläche zwar akzeptiert, doch sehr strikte Vorgaben macht. Erlaubt werden im „Homepark“ die geplanten Flächen für Möbelgeschäfte, der Rest soll mit Fachmärkten bestückt werden, die „nicht zentrenrelevant“ sind. Dies wären Geschäfte für Sanitäreinrichtungen, Garten- und Baumärkte, Autohändler, auch Rollläden und Markisen dürften verkauft werden, aber nicht wie beabsichtigt CD-Player, Hundefutter oder Baby-Töpfchen. Ob der schwedische Möbelkonzern, der andernorts sein Konzept mit einem „Homepark“ erfolgreich betreibt, noch Interesse an einem Fachmarktzentrum mit diesen veränderten Sortimenten hat, ist offen.

Die Kommunalpolitiker in der Region, die 2008 mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP das Regionale Einzelhandelskonzept beschlossen haben, aber auch diejenigen, die den gültigen Regionalplan verwirklicht sehen wollen, dürften mit der Vorlage zufrieden sein. Damit beharrt das Regierungspräsidium auf dem Ziel, die Innenstädte stärker vor Konkurrenz durch Märkte mit Innenstadtangeboten auf der grünen Wiese zu schützen. Dass der neue Regierungspräsident in Darmstadt, der FDP-Politiker Johannes Baron, diese Vorgaben realisieren würde – die jetzt versandte Vorlage trägt seine Unterschrift – hielten nicht alle Kommunalpolitiker in der Region für ausgemacht: Schließlich gehört die etwa sechs Hektar große Erweiterungsfläche in Hofheim-Wallau, auf der der „Homepark“ entstehen soll, dem Land Hessen. Dem Vernehmen nach sind die Einnahmen aus dem geplanten Verkauf bereits im Landesetat berücksichtigt.

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Jahrgang 1961, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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