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Hofheim Höffner will Möbelzentrum bauen

11.04.2007 ·  Noch wird die Fläche zwischen der Casteller Straße und der Kreisstraße in Diedenbergen landwirtschaftlich genutzt. Dort will die Höffner-Gruppe ein Möbelhaus errichten. Das stößt bei den Kommunalpolitikern allerdings auf wenig Gegenliebe.

Von Heike Lattka
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Die Krieger Grundstück GmbH hat in den vergangenen Wochen mehrere Vorverträge für den Ankauf landwirtschaftlicher Flächen im Hofheimer Stadtteil Diedenbergen abgeschlossen. Es sei Unternehmensziel, zwischen Wiesbaden und Frankfurt ein Höffner Möbelzentrum zu etablieren, bestätigte Projektentwickler Michael Kollmann auf Anfrage.

Diedenbergen sei einer von mehreren möglichen interessanten Standorten. Das Unternehmen habe aber „mehrere Eisen im Feuer“. Das Bekanntwerden der ursprünglich vertraulichen, offenbar ohne Informationen an Magistrat oder CDU/FDP-Mehrheit abgewickelten Grundstücksgeschäfte hat bei Hofheimer Politikern zwölf Tage vor der Bürgermeisterwahl Befremden ausgelöst.

60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Für Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) kommt ein solches Möbelhaus auf der derzeit landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Casteller Straße und Kreisstraße 785 nicht in Frage: „Wer könnte ernsthaft ein Möbelhaus in Diedenbergens Vorgärten wollen?“ Und auch CDU-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Marschall lehnt ein solches Mammutprojekt ab: Er wolle zwar zusätzliche Gewerbeansiedlungen, um die Finanzkraft Hofheims zu verbessern – dies aber könne nicht um jeden Preis geschehen.

Die Kommunalpolitiker, angeführt von den Fraktionsvorsitzenden Bodo Tadewald (Freie Wähler), Marianne Knöß (Grüne offene Hofheimer Liste) und Diedenbergens Ortsvorsteher Horst Scharper (SPD) befürchten, dass der Möbelgigant, der in seiner Unternehmensstrategie stets die Nähe zum schwedischen Möbelkonzern Ikea sucht, sich nun in der Nachbarschaft Wallaus mit stillschweigender Unterstützung der Mehrheitsparteien engagiert.

So berichtete Scharper davon, dass sich die verkaufswilligen Grundstückseigentümer mit dem potentiellen Käufer im Privathaus des früheren Ortsvorstehers Werner Wichmann (CDU) getroffen hätten. Nachdem die CDU schon ohne Absprache mit dem Stadtparlament zusätzliche Gewerbefläche für Diedenbergen beim Planungsverband beantragen wollte, die Entscheidung für den Stadtentwicklungsplan auf Betreiben von CDU und FDP immer wieder verschoben worden sei, komme sie „schon ins Grübeln“, fügte Knöß hinzu. Sie wolle von der Rathausmehrheit wissen, ob sie noch zu den Vereinbarungen für Hofheims Entwicklung stehe, die einmal unter großer Bürgerbeteiligung vereinbart worden sei. Schon die beabsichtigte Anmeldung der CDU für den regionalen Flächennutzungsplan habe „alle Grenzen gesprengt“. Es könne nicht sein, dass ein Möbelhaus, das eine Fläche von 50.000 bis 60.000 Quadratmetern benötige, mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit der Koalition durchgedrückt werden solle.

„Ich will das Ding nicht haben

Er habe von den Grundstücksankäufen erst am Samstag erfahren, wies Marschall alle Spekulationen zurück. Er sei gegen einen Klotz am Chinonplatz und wolle deshalb keinen zweiten Klotz für Diedenbergen, hob der CDU-Kandidat hervor. Seine Vorstellungen für weitere Gewerbeansiedlungen habe er schon mehrfach beschrieben: In der Verlängerung des bestehenden Wallauer Gewerbegebietes sollen nach seinen Vorstellungen Dienstleistungsunternehmen gegenüber dem Lebensmittelmarkt entlang der ICE-Trasse Richtung Wiesbadener Kreuz angesiedelt werden.

Er setze dabei auf IT-Unternehmen, Forschungsstätten und lasse sich nicht von einem Investor die Entwicklung Hofheims diktieren. Seine Haltung zu einem Möbelhaus für Diedenbergen sei ganz klar: „Ich will das Ding nicht haben.“ Diese Meinung werde auch innerhalb der CDU-Führungsriege geteilt. Von Geheimabsprachen mit dem Unternehmen Höffner könne überhaupt keine Rede sein,

Unterdessen kann Projektentwickler Kollmann die Aufregung in Hofheim kaum verstehen: Wenn er die Gelegenheit hätte, sein Konzept einmal vorzustellen, seien hinterher zumeist alle begeistert. Höffner ziehe nur ein Drittel des Verkehrs von Ikea an, und außerdem verblieben 100 Prozent der Gewerbesteuern am jeweiligen Standort. Viele, die anderswo vor dem Bau zu harschen Gegnern eines Möbelhauses gehörten, hätten hinterher bei der Eröffnung die Laudatio gehalten, so Kollmann. Verkehrsprobleme müssten ohnehin überall gelöst werden, sie machten sogar zu 60 Prozent die Arbeit bei jedem Projekt aus, erläuterte er. Warum das Unternehmen nicht einfach bei der Stadt nach geeigneten Grundstücken nachgefragt hat, beantwortet Kollmann so: Ohne eigene Grundstücke laufe ein solches Projekt nicht. Diese müssten vor Gesprächen mit der Stadt schon im Besitz des Unternehmens sein.

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Jahrgang 1960, Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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