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Hessentag Ein Hort der Ruhe und Entspannung

03.06.2007 ·  Abseits des Hessentagstrubels hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau die Markuskirche zu einem sinnlichen Ort der Ruhe und Entspannung hergerichtet. Das mittelalterliche Gotteshaus ist mit 6000 Rosen dekoriert worden.

Von Jens Joachim
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Abseits des Hessentagstrubels hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die unweit des historischen Marktplatzes gelegene Markuskirche zu einem sinnlichen Ort der Ruhe und Entspannung hergerichtet, in der es jedoch auch heiter zugeht. Das mittelalterliche Gotteshaus ist unter Anleitung von zwei Butzbacher Floristinnen mit 6000 Rosen dekoriert worden. Neben den Rundbögen wurden auch die Empore sowie der Bereich hinter dem Altar mit Rosen in unterschiedlichen Farben ausstaffiert.

In einer Ausstellung hinter dem Altar können Besucher zudem mehr über die Herkunft und den Anbau von Rosen erfahren sowie ein mit bunten Rosenblättern geschmücktes Schlafgemach besichtigen. Zu sehen sind ferner eine mit mehreren Rosen dekorierte überdeckte Laube sowie eine hölzerne Skulptur des Butzbacher Künstlers Bruno Feger in Form einer großen Blüte. Auch die von Landgraf Philipp III. 1622 für sich und seine Familie erbaute Fürstengruft, in der vier Särge zu sehen sind, wird in die Schau künstlerisch einbezogen.

„Rosentrauung“ am Samstag

Am Tor zur dunkelrot erleuchteten Gruft ist eine rote Rose in einem Reagenzglas installiert worden, in dem sich – im Gegensatz zu den anderen Rosen – kein Wasser befindet. Mit der Installation will die Kirche „die Symbolkraft der Rose für Vergänglichkeit und Auferstehung“ verdeutlichen. Für die Schau hat auch das Steinfurther Rosenmuseum einige Exponate wie einen versiegelten Rosenstock zur Verfügung gestellt. In mehreren Schalen liegen zudem Blütenblätter zum Fühlen, Schmecken und Riechen aus und zum Hören Kopfhörer, aus denen „Rosenmelodienlieder“ erklingen.

Nach einer „Rosentrauung“ am Samstag, die, wie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung berichtet, ein Hochzeitspaar aus Lorsch bei einem Preisausschreiben der Landeskirche gewonnen hatte, sprach auch EKHN-Präsident Peter Steinacker beim morgendlichen Gottesdienst in seiner Predigt über „blühende Rosen als Zeichen der Freiheit und als Symbol des Glaubens“. Steinacker sagte, gleichwohl sei das Leben auch dornenreich und es müssten auch „Zeiten der Dürre, der Einschränkung, der Bitterkeit und Anstrengung“ durchlebt werden. Die „Wüsten des Lebens“ sähen anders aus als die Butzbacher „Rosenkirche“, wenn „keine glutvolle Farbe, kein Duft, kein sinnlich erfülltes Leben, sondern wenn man nur Härte und Entbehrung, nur Dornen ohne Rosen“ erfahren müsse.

Während des Gottesdienstes äußerte der aus Butzbach stammende Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) im Gespräch mit dem Frankfurter Pfarrer Fabian Vogt, er erlebe den christlichen Glauben vor allem dann, wenn er etwas Positives erlebe, aber immer wieder auch in der „Einfachheit des Alltags“. In der Gesellschaft und auch in der Politik geht es nach seinen Worten oft „zu trocken und technokratisch“ zu. Wer indes fröhlich sei, habe auch ein erfülltes Leben, sagte Kartmann. Diese Lebensweisheit will auch der Pfarrer gleich an Fronleichnam beherzigen, wenn er als einer der beiden Darsteller des Musikkabarett-Duos Don Camillo mit dem Programm „Sie müssen dran glauben“ in der „Rosenkirche“ auftritt.

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