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Hessentag 2010 Landesregierung entzieht Alsfeld den Hessentag

26.10.2007 ·  Die Landesregierung hat der Stadt Alsfeld die Ausrichtung des Hessentags 2010 entzogen. Ein neuer Gastgeber aus Mittelhessen solle binnen weniger Tage gefunden werden.

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Die Landesregierung hat der Stadt Alsfeld die Ausrichtung des Hessentags 2010 entzogen. Ein neuer Gastgeber aus Mittelhessen solle binnen weniger Tage gefunden werden, sagte der Staatskanzleichef Stefan Grüttner (CDU) am Freitag in Wiesbaden: „Die Region Mittelhessen steht fest.“ Die Entscheidung stieß bei der Stadtverordnetenversammlung in Alsfeld überwiegend auf Verständnis. Der Alsfelder Bürgermeister Ralf Becker (SPD) hatte die Ausrichtung des Festes vergangene Woche wegen finanzieller Probleme der Vogelsbergstadt abgesagt. Eine endgültige Entscheidung des Stadtparlaments war am Donnerstag aber auf den 22. November vertagt worden.

„Mit einer Vertagung wird die desolate Haushaltslage der Stadt Alsfeld nicht besser, aber die Vorbereitungszeit einer Ersatz- Austragungsstadt kürzer“, begründete Grüttner. „Eine weitere Hängepartie ist für das Land nicht akzeptabel.“ Die dramatische Haushaltslage der Stadt sei seit Monaten Gegenstand von Gesprächen zwischen dem Land und der Kommune gewesen. Alsfelds Verbindlichkeiten sollen sich auf rund 60 Millionen Euro belaufen.

„Wir können uns den Hessentag nicht leisten“

„Es ist schade, dass uns nicht mehr die Chance gegeben wurde, in den vier Wochen alles zu probieren“, monierte Bürgermeister Becker. Er habe Verständnis für die grundsätzliche Entscheidung der Landesregierung. „Zumal ich immer gesagt habe, dass wir uns den Hessentag nicht leisten können. Aber mein Verständnis ist begrenzt, dass man uns die Entscheidung abgenommen hat und uns die vier Wochen nicht mehr Zeit lässt. Das finde ich etwas traurig.“

Alsfeld hätte laut Beckers Schätzungen bei der Ausrichtung des Hessentags mit einem zusätzlichen Minus von etwa drei Millionen Euro rechnen müssen. „Wir hätten aber gar kein Defizit einfahren dürfen. Das hat uns die Kommunal-Aufsicht auf Grund unserer vorläufigen Haushaltsführung ins Stammbuch geschrieben“, erklärte Becker. Die Hoffnung, noch Sponsoren zu finden, sei äußerst gering gewesen. Für die neue Vergabe des Hessentags liegen der Landesregierung nach ihren Angaben eine Reihe „attraktiver Bewerbungen“ vor. Kandidaten wurden nicht genannt. Fest steht jedoch: Die Veranstaltung soll in gewohnter Form gefeiert werden - mit großen Rock-Konzerten bis hin zu Auftritten kleiner Trachtengruppen. Bislang strömten bis zu 1,1 Millionen Besucher in die jeweilige Gastgeber-Stadt.

In Alsfeld war zuletzt diskutiert worden, das Fest in kleinerem Rahmen zu feiern. Für die Landesregierung kommt dies nicht in Frage: Die jetzige Form des Hessentages werde von den Bürgern gewollt, sagte Grüttner. Alsfeld habe die Chance, sich um weitere Jubiläumsfeste zum 55. oder 60. Hessentag zu bewerben, wenn die Finanzen es erlaubten. Der Vorsitzende des Alsfelder Tourismus-Verbandes, Günther Krämer, befürchtet einen „Imageschaden“ für die Stadt: „Wir sind hessenweit vorgeführt worden.“ SPD-Fraktionschef Jürgen-Udo Pfeiffer glaubt, dass Alsfeld beim Ausbau der Infrastruktur langsamer voran kommen werde.

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