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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Hessen SPD: Windkraft nicht verteufeln

 ·  An den Windrädern scheiden sich die Geister der hessischen CDU und SPD. Während die Christdemokraten eine „Verspargelung“ der Landschaft befürchten, ist die Absicht der SPD, leistungsstärkere Windkraftanlagen zu installieren.

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Der Streit um den Ausbau der Windenergie in Hessen hat an Schärfe zugenommen. SPD und CDU warfen sich in Wiesbaden gegenseitig Ignoranz, Borniertheit und Irreführung der Bürger vor. Der SPD-Energiefachmann Hermann Scheer warnte die Union davor, Windräder „zum Bürgerschreck hochzustilisieren“ und damit den Klimaschutz und die wirtschaftliche Entwicklung in Hessen zu gefährden.

CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg nannte die energiepolitischen Vorstellungen Scheers und der SPD-Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti „in höchstem Maße unglaubwürdig“. Hintergrund der Diskussion ist die Absicht der SPD, in Hessen deutlich mehr und deutlich leistungsstärkere Windkraftanlagen zu installieren.

CDU warnt vor „Windradmonstern“

Die hessische CDU melde sich mit ihrem Nein zur entschlossenen Förderung der Windenergie aus der Diskussion um eine zukunftsträchtige Technologie ab und bringe sich mit dieser Position auch innerhalb der Bundespartei ins Abseits, sagte Scheer, der bei einem Wahlsieg Ypsilantis Minister für Wirtschaft und Umwelt werden soll. Hessen sei das einzige Flächen-Bundesland, in dem in diesem Jahr noch keine einzige neue Windkraftanlage installiert worden sei. Der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung liege hier bei nur 1,85 Prozent, während es in Sachsen-Anhalt bereits 36 Prozent, in Schleswig-Holstein 33 Prozent, in Niedersachsen 20 Prozent und in Thüringen zehn Prozent seien.

Scheer hielt der CDU vor, sie wolle die für Windräder zulässigen Flächen in den Regionalplänen drastisch einschränken. Auffällig sei, dass die Landesregierung mit den Entwürfen der Regionalpläne in vielen Fällen Flächen zu Vorranggebieten für Windkraft erkläre, die wegen nur geringer Windgeschwindigkeiten für diese Zwecke offenkundig ungeeignet seien, was Proteste geradezu provoziere. Die SPD sehe in ihrem Programm daher vor, die Entscheidung über Windradstandorte den Kreisen und Kommunen zu überlassen.

Boddenberg wies auf die unterschiedlichen landschaftlichen Voraussetzungen in den Bundesländern hin. „Hessen hat so viele Windkraftanlagen, wie die Topographie zulässt“, ein Vergleich mit Nordseeanrainern sei abwegig. Das sähen offenbar auch viele Sozialdemokraten so, denn in der hessischen SPD wachse der Widerstand gegen „Windradmonster“ und die zunehmende „Verspargelung“ der Landschaft.

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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