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Hessen Hochschulen bilden Netzwerk zur Nano-Technologie

10.03.2004 ·  Die hessischen Hochschulen haben sich zu einem Netzwerk zur Entwicklung der Nanotechnologie zusammengeschlossen. Das "NanoNetzwerk Hessen", das von der Landesregierung nach Darstellung der zuständigen ...

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Die hessischen Hochschulen haben sich zu einem Netzwerk zur Entwicklung der Nanotechnologie zusammengeschlossen. Das "NanoNetzwerk Hessen", das von der Landesregierung nach Darstellung der zuständigen Minister Udo Corts (Wissenschaft und Kunst) und Alois Rhiel (Wirtschaft und Verkehr, beide CDU) ausdrücklich unterstützt wird, soll vor allem dazu dienen, die wissenschaftlichen Aktivitäten in Forschung und Lehre auf diesem Gebiet aufeinander abzustimmen sowie die vorhandene Infrastruktur mitsamt dem Gerätepark gemeinsam zu nutzen. Die Entscheidung für das Netzwerk ist zugleich eine Entscheidung gegen ein hessisches Nanozentrum, das beispielsweise die FDP seit längerem propagiert. Nach den Worten von Wissenschaftsminister Corts macht ein solches Zentrum "keinen Sinn", weil es den vielfältigen, interdisziplinären und standortübergreifenden Aktivitäten und Kompetenzen in Hessen nicht gerecht und deshalb auch von den Hochschulen abgelehnt werde.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Konferenz Hessischer Universitäten (KHU), Rolf-Dieter Postlep (Kassel), sieht die Kooperationsvereinbarung neben der gegenseitigen Information über das, was gemacht und geplant werde, konkrete Arbeitsschritte vor. So sei ein gemeinsamer Internetauftritt in Vorbereitung und sollen hochschulübergreifend Graduiertenkollegs organisiert werden. Geklärt ist auch, daß in Kassel für das Netzwerk die erforderliche Koordinierungsstelle eingerichtet wird. Sie soll von der Universität Kassel und dem Land, das nach Auskunft des Wissenschaftsministers 30000 bis 50000 Euro dafür zur Verfügung stellen wird, finanziert werden. Nicht zuletzt soll das "NanoNetzwerk Hessen" dazu dienen, gemeinsam an Fördermittel für die als Zukunftswissenschaft geltende Nanotechnologie zu gelangen. Anvisiert werden das 200-Millionen-Euro-Programm der Bundesregierung und die diversen Fördertöpfe der Europäischen Union (EU). Nanotechnologie befaßt sich mit der Erforschung, Erzeugung und Nutzung extrem kleiner Strukturen von weniger als 100 Nanometern (ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters).

Das Projekt, das Postlep als "eine Art Prototyp" in der deutschen Wissenschaftslandschaft bezeichnete, ist zunächst auf fünf Jahre ausgelegt. "Dann sehen wir weiter." Seine Weiterexistenz hängt auch davon ab, wie sehr sich das Land Hessen finanziell zu engagieren gedenkt. Corts, der das Netzwerk-Konzept auch auf anderen Wissenschaftsfeldern anwenden will, konnte noch keine Zahlen nennen und verwies auf die Verhandlungen zum Landeshaushalt 2005. Aber er ließ keinen Zweifel daran, daß "da noch mehr kommen" müsse, "sonst macht das keinen Sinn".

Wirtschaftsminister Rhiel verwies auf das große wirtschaftliche Potential der neuen Technologie in Hessen, die als Querschnittstechnologie vielen Wirtschaftsbranchen große Chancen eröffne. Nach einer ersten Bestandaufnahme forschen in Hessen 214 Unternehmen auf diesem Gebiet, auf dem Deutschland zusammen mit Amerika und Japan weltweit die Spitze bilde. Unter den hessischen Unternehmen seien 33 Nanotechnologie-Anbieter, die vorwiegend in der Rhein-Main-Region residierten. Dabei handele es sich durchweg um Großunternehmen oder Ausgründungen der Hochschulen. Rhiel und Corts ermunterten die Hochschulen dazu, die Konzentration auf den Forschungsschwerpunkt weiter voranzutreiben, und sicherten ihre Unterstützung zu.

Als "ausgesprochen klug" lobte der SPD-Wissenschaftspolitiker Michael Siebel die Gründung des Nanonetzwerks. Wenn jetzt die hervorragenden Kompetenzen gebündelt würden, könne das nur zum Vorteil für alle sein. Auch die Grünen-Abgeordnete Sarah Sorge begrüßte das Konzept, wollte die Anwendung dieser "Zukunftstechnologie" jedoch nicht nur für die Wirtschaft reserviert sehen. Sie regte die Hochschulen an, auch die Felder Umwelt und Energie als Forschungsschwerpunkte einzubeziehen. Auch sollte die Technikfolgenabschätzung nicht vernachlässigt werden. Für die FDP haben sich CDU und Regierung in Sachen Nanotechnologie nun zwar bewegt, "aber leider weder schnell noch weit genug", wie die Abgeordnete Nicola Beer sagte. So sei die Frage der Vermarktung offensichtlich ausgeklammert worden. Beer kündigte eine FDP-Anhörung zum Thema Nanotechnologie für den 18. März an. a.k.

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