Der Klimawandel wird die Extreme zwischen zu viel Nässe im Winter und anhaltender Trockenheit im Sommer im Rhein-Main-Gebiet verstärken. Das ist ein erstes Zwischenergebnis des Forschungsprojekts „Grundwassermanagement und Wasserversorgung“ des Bundesforschungsministeriums, das der hessische Umweltstaatssekretär Karl-Winfried Seif (CDU) am Mittwoch in Groß-Gerau vorstellte. Zwar werde es auch künftig über das Jahr hinweg ausreichend Trinkwasser geben, doch sei mit längeren und extremeren Trockenperioden zu rechnen.
„Deshalb müssen die Versorger unter anderem größere Wasserreserven aufbauen und das Leitungsnetz ausbauen“, sagte Hubert Schreiber, Sprecher des Versorgers Hessen-Wasser. Gleichzeitig müsse Bodenwasser entnommen werden, um die Verwässerung im Winter zu vermeiden. Geschäftsführer Wulf Abke kündigte höhere Preise an: „Zum Nulltarif ist die Versorgungssicherheit nicht zu haben.“
Ungewöhnlich warmer und trockener April 2007
Mit dem auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt sollen die Versorger eine Grundlage erhalten, um Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu entwickeln, sagte Seif. Vier der sechs wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1901 seien auf das neue Jahrtausend entfallen. Gleichzeitig seien beispielsweise im ungewöhnlich warmen April 2007 nur sieben Prozent der für diesen Monat üblichen Niederschläge gefallen.
An dem Mitte 2006 begonnen Forschungsprojekt sind neben Hessen-Wasser, das nach eigenen Angaben zwei Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet versorgt, auch das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie und das Ingenieurbüro BGS Umweltplanung beteiligt.

