24.05.2005 · Der Dalai Lama will bei seinem Besuch in Hessen Ende Juli öffentlich im Wiesbadener Kurpark sprechen und mit 1.300 Gästen im Kurhaus seinen 70. Geburtstag feiern. Nicht zuletzt wird ihm der Hessische Friedenpreis überreicht.
Der Dalai Lama will bei seinem Besuch in Hessen Ende Juli öffentlich im Wiesbadener Kurpark sprechen und anschließend mit 1.300 Gästen im Kurhaus seinen 70. Geburtstag feiern. Dies teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter erhält am 27. Juli in Wiesbaden den mit 25.000 Euro dotierten Hessischen Friedenspreis. Der öffentliche Auftritt ist für den Tag danach geplant.
Nach seiner Ankunft am 26. Juli trifft sich der Dalai Lama nach Angaben des Landes zuerst mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), danach diskutiert er mit Friedensforschern über aktuelle politische Fragen. Die offizielle Begrüßung des Mönches ist am 27. Juli vormittags in der Staatskanzlei geplant. Im Hessischen Landtag erhält er im Anschluß den Hessischen Friedenspreis. Der Besuch endet am 28. Juli mit einer öffentlichen Rede und einem Fest zu seinem Geburtstag. Der Dalai Lama wird am 6. Juli 70 Jahre alt, zu der Feier im Kurhaus kommen viele Gäste aus ganz Europa und den Vereinigten Staaten.
Einsatz für gewaltfreien Widerstand der Tibeter
Mit der Verleihung des elften Hessischen Friedenspreises an den Dalai Lama würdigt das Kuratorium nach eigenen Angaben dessen Verdienste für die chinesisch-tibetische Verständigung. „Der Dalai Lama hat trotz seines beharrlichen Eintretens für die kulturelle Autonomie seines Volkes immer dafür gesorgt, daß der tibetische Widerstand dem Prinzip der Gewaltlosigkeit folgt“, sagte der Kuratoriums-Vorsitzende Karl Starzacher. Bei der Führung des tibetischen Volkes habe er sich für die Trennung von Religion und Politik eingesetzt. Außerdem sei seine völlige Akzeptanz anderer Religionen für einen geistlichen Führer beispielhaft.
Der Hessische Friedenspreis wird seit 1994 jährlich an Menschen vergeben, die sich besonders für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einsetzen. Preisträger waren unter anderem der frühere russische General Alexander Lebed und der Chef der UN- Waffeninspekteure Hans Blix.