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Gießen Zentraler Neubau für Uni-Klinik

 ·  Mit dem Neubau soll sowohl die Behandlung der Patienten als auch Forschung und Lehre und die Wirtschaftlichkeit des Klinikums verbessert werden. Die Rhön Klinikum AG hat 125 Millionen Euro in den Bau investiert.

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Am Gießener Uni-Klinikum werden vom Frühjahr an die Bagger rollen und Bauarbeiter Hand anlegen. Die Rhön Klinikum AG als Mehrheitseigentümer läßt in den nächsten vier Jahren einen Neubau errichten, den das Land als früherer alleiniger Eigentümer nicht zustande gebracht hatte und auf den das Uni-Klinikum seit rund 25 Jahren wartet. Mit dem auf Kosten von 125 Millionen Euro veranschlagten Komplex will der Betreiber sowohl die Behandlung der Patienten als auch Forschung und Lehre sowie die Wirtschaftlichkeit des Klinikums verbessern. Gleichsam kommt er einer Auflage nach: Das Rhön Klinikum hatte sich bei der im Februar vollzogenen Übernahme des Uni-Klinikums Gießen und Marburg gegenüber dem Land auf Investitionen in Höhe von 170 Millionen Euro verpflichtet.

Die Gesellschaft werde mindestens den vereinbarten Geldbetrag in das Klinikum stecken, sagte der stellvertretende Rhön-Vorstandschef Gerald Meder gestern bei der Präsentation des Bauvorhabens. Außer der Errichtung des zentralen Neubaus steht noch die Sanierung der Gebäude der psychiatrischen Abteilung in Gießen an.

Die Zersplitterung, die nach der Inbetriebnahme des Neubaus mit 650 Betten der Vergangenheit angehören soll, ist bisher kennzeichnend für das gesamte Uni-Klinikum: Dessen Gelände zählt 103 Einzelgebäude. In sechs verschiedenen Bauten wird operiert, und an neun Orten werden Patienten radiologisch untersucht, wie Meder aufzählte. Dieser Aufbau erschwert aus Sicht des Betreibers ein auskömmliches Wirtschaften und er nützt weder den Patienten noch der Zusammenarbeit der medizinischen Fächer.

Das freie Gelände wird als Park umgestaltet

Der Zentralbau mit zwei Untergeschossen, einem Erdgeschoß und vier Obergeschossen wird dagegen eine interdisziplinäre Notaufnahme aufweisen sowie eine direkt angebundene Radiologie und Säle für ambulante Operationen mit Tageskliniken; diese werden auch niedergelassenen Ärzte offenstehen, wie Meder hervorhob. In der Eingangsebene sieht das Rhön Klinikum die zentrale Diagnostik und ein medizinisches Versorgungszentrum vor. In den darüberliegenden Etagen werden zwei sogenannte Intermediate-Care-Stationen mit 65 Betten eingerichtet, in denen schwerkranke, aber im Unterschied zu Intensivstationen nicht beatmete Patienten liegen. Zudem plant der Betreiber 14 neue Stationen mit jeweils bis zu 38 Betten, die von verschiedenen Kliniken des Klinikums belegt werden. Nicht zuletzt gehören ein an die Notaufnahme angebundener Hubschrauber-landeplatz auf dem Dach und „Flächen für die patientennahe Forschung und Lehre“ zum Gebäude.

Das Bauvorhaben soll in zwei Abschnitten verwirklicht werden. Zunächst wird zwischen der in den neunziger Jahren errichteten Chirurgie und dem in diesem Jahr eröffneten Kinderherzzentrum die neue Kinderklinik hochgezogen; dies soll etwa von April an geschehen. Ein Jahr später soll der Umzug aus der bestehenden Kinderklinik in den Teilneubau vollzogen sein und der Abriß der Kinderklinik sowie der Bau der anderen Teile des zentralen Komplexes beginnen. Abgerissen werden auch die Gebäude, in denen die Hals-Nasen-Ohren-Klinik und die Orthopädie untergebracht waren. Das bestehende, aber marode Parkhaus wird ebenso fallen. Allerdings soll in etwa einem Jahr ein neues Parkhaus mit 420 Stellplätzen stehen, wie Meder sagte. Darüber hinaus will das Rhön Klinikum rund 600 weitere Stellflächen auf dem Klinikumsgelände schaffen, was den Parkdruck auf die umliegenden Wohngebiete mildern soll.

Das nach dem Abriß der Orthopädie freie Gelände wird für den Klinikbetrieb nicht mehr benötigt und in einem Park umgestaltet. Dieser soll Patienten, Personal und Besuchern wie auch der Bürgerschaft offenstehen.

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