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Gießen/Marburg Privatisiertes Uni-Klinikum mit mehr Gewinn

07.08.2008 ·  Das seit Februar 2006 privatisierte Uni-Klinikum Gießen und Marburg stärkt weiter seine Ertragskraft. Von Januar bis Ende Juni steigerte das Unternehmen seinen Überschuss um ein Viertel auf eine halbe Million Euro. Derweil rechnen andere Krankenhäusern in Hessen mit Millionendefiziten.

Von Thorsten Winter
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Das seit Februar 2006 privatisierte Uni-Klinikum Gießen und Marburg stärkt weiter seine Ertragskraft. Von Januar bis Ende Juni steigerte die mehrheitlich zum börsennotierten Rhön-Klinikum zählende Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH den Überschuss auf eine halbe Million Euro, wie der Mutterkonzern berichtete. Zum Vergleich: Vor Jahresfrist hatte der Gewinn bei 0,4 Millionen Euro gelegen. Das im Halbjahr erzielte Ergebnisplus entspricht einer Zunahme von einem Viertel.

Das Geschäftsjahr 2006 hatte das mittelhessische Großklinikum, das im Juli 2005 aus der Fusion der Uni-Kliniken Gießen und Marburg entstanden war, noch mit einem Verlust von 6,8 Millionen Euro abgeschlossen. Ende Dezember vergangenen Jahres stand dann ein Gewinn von 1,1 Millionen Euro zu Buche. Rhön-Vorstandschef Wolfgang Pföhler sagte im April, der fränkische Konzern rechne „mit weiter steigenden Ergebnisbeiträgen seiner größten Tochter“.

Hessische Krankenhäuser rechnen mit hohen Defiziten

Wie dem Rhön-Halbjahresbericht zu entnehmen ist, hat der Konzern in den ersten sechs Monaten in Gießen und Marburg 57,5 Millionen Euro investiert, das entspricht mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionen. In Gießen ist im Juni die neue Kinderklinik in Betrieb genommen worden, in Marburg wurde im Juli der Spatenstich für den Neubau auf den Lahnbergen gesetzt und das Richtfest für das Partikelzentrum gefeiert, wo künftig ein „neuartiges und in der Präzision und in der biologischen Wirksamkeit innovatives Verfahren zur Bekämpfung von Krebsleiden“ angewandt werden soll.

Derweil haben die Krankenhäuser in Hessen mitgeteilt, sie rechneten für dieses Jahr und 2009 mit einer Finanzierungslücke von 450 Millionen Euro. Gründe dafür seien die hohen Tarifabschlüsse, steigende Energie- und Lebensmittelkosten sowie der medizinische Fortschritt. Zur „Rettung der Krankenhäuser“ haben sich nun zehn Organisationen unter Führung der Hessischen Krankenhausgesellschaft zusammengeschlossen. Sie forderten am Donnerstag unter anderem eine volle Refinanzierung der Tarifsteigerungen durch den Bund sowie ein Ende der Deckelung der Krankenhaus-Budgets. Sie wünschen sich einen Ausgleich für steigende Sachkosten, Innovationen sowie mehr Geld für die Ausbildung des Nachwuchses.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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