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Gießen Feld mit Gen-Gerste verwüstet - Versuch wird 2008 fortgesetzt

14.06.2007 ·  Vier Wochen nach dem Überfall auf einen Acker mit gentechnisch verändertem Mais ist in Gießen auch eine Versuchsparzelle mit Gerstensetzlinge, die Erbgut von Bakterien enthalten, verwüstet worden. Der Versuch soll aber 2008 fortgesetzt werden.

Von Thorsten Winter
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Vier Wochen nach dem Überfall auf einen Acker mit gentechnisch verändertem Mais ist in Gießen auch eine Versuchsparzelle mit Gerstensetzlinge, die Erbgut von Bakterien enthalten, verwüstet worden. Ein Teil der Pflanzen ist herausgerissen worden. Das Gießener Versuchsfeld mit Gen-Gerste war schon im vergangenen Jahr zum Teil zerstört worden. Aus diesem Grund hatte Versuchsleiter Karl-Heinz Kogel das auf Universitätsgelände gelegene, nur wenige hundert Quadartmeter gelegene Areal von einem Sicherheitsdienst überwachen lassen und zudem umzäunt.

Warum es den bisher unbekannten militanten Genversuchs-Gegnern dennoch gelang, auf das Versuchsfeld zu gelangen, ist dem Professor für Pflanzenkrankheiten unklar - zumal sich der Wachdienst eines Schäferhunds bediente, wie Kogel dieser Zeitung sagte. Nicht zuletzt die Frage, warum der Hund nicht angeschlagen habe, gilt es aus seiner Sicht zu klären.

Hochschule stellt Strafanzeige

Trotz des Überfalls ist der laufende Versuch mit der im April ausgebrachten gentechnisch veränderten Gerste keineswegs vergebens: Die Forscher konnten in den vergangenen Wochen schon erhebliche Daten erheben, die laut Kogel auch verwertbar sind. „Das ist ähnlich wie im vergangenen Jahr“, sagte er. Der Feldversuch läuft im Rahmen des Biosicherheitsprogramms des Bundes. Der Gießener Uni-Präsident Stefan Hormuth verurteilte den abermaligen Überfall. Diese Straftat sei durch nichts zu entschuldigen und treffe die Bemühungen der Hochschule, wissenschaftlich fundierte und unabhängige Forschungsergebnisse zu erzielen. Die Hochschule kündigte Strafanzeige an, wie schon im Fall des Gen-Maises.

Ein Teil der Gerste trägt ein Gen in sich, das die Kornpflanzen ein bestimmtes Eiweiß produzieren läßt, welches gegen Pilzerkrankungen wirkt. Der andere Teil weist eine Erbinformation aus einem Bakterium auf, das die Qualität der Gerste als Hühnerfutter verbessern soll. Bei dem auf drei Jahre angelegten Versuch wollen die Forscher herausfinden, ob die Gen-Pflanzen nur unerwünschte oder auch nützliche Pilze im Boden, die die Zufuhr von Nährstoffen und Wasser bei anderen Pflanzen verbessern, schädigen.

Neues Biosicherheitsprogramm

Die Untersuchung der 2006 gewonnenen Daten hat laut Kogel keine Hinweise erbracht, dass die Gen-Gerste die „guten“ Pilze in den Wurzelstöcken der anderen Pflanzen schädigt. Allerdings müssten die Erkenntnisse über mehrere Jahre überprüft werden, um als gesichert gelten zu können.
Vor diesem Hintergrund will Kogel auch im nächsten Jahr wieder gentechnisch veränderte Gerste ausbringen und den Feldversuch fortsetzen. Außerdem wolle der Bund ein neues Biosicherheitsprogramm auflegen.

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