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Gelnhausen Aus Housing Area wird Coleman-Park

 ·  Binnen zwei Jahren sollen auf dem früheren Armee-Areal Wohnungen und Gewerbebetriebe entstehen. Die Stadt verkauft die Fläche für sechs Millionen Euro an einen Investor.

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Wo die hässliche ehemalige amerikanische Housing Area mit 16 Wohnblocks das westliche Entree der Kernstadt von Gelnhausen prägt, soll in zwei Jahren eine attraktive, von Grün durchzogene Siedlung unter dem Namen „Coleman-Park“ entstehen. Sie soll aus geräumigen und preisgünstigen Wohnungen für junge Familien, aber auch für ältere Bürger, und aus zahlreichen Handels- und Gewerbebetrieben bestehen. Das hat am Donnerstag in einer Pressekonferenz der Investor Albrecht Krebs angekündigt, nachdem die Stadtverordneten am Abend zuvor den Verkauf des 75.000 Quadratmeter großen Areals an seine A.K. Bauträger KG beschlossen hatten.

Krebs hat mit seinem Unternehmen in der Region schon zahlreiche Stadtentwicklungsprojekte verwirklicht. Vor allem in Hanau hat er wie kein anderer in mehr als drei Jahrzehnten für Umgestaltungen und Umnutzungen in der Innenstadt und auf Flächen ehemaliger amerikanischer Kasernen und Wohnsiedlungen gesorgt. Den Zuschlag in Gelnhausen erhielt er, weil er von drei zuletzt im Bietverfahren verbliebenen Investoren, deren Konzepte dem Magistrat und den Stadtverordneten gleichermaßen gefielen, den höchsten Preis zu zahlen bereit war. Für sechs Millionen Euro geht die Housing Area in das Eigentum der A.K. Bauträger KG über. 3,5 Millionen hatte die Stadt vor einem Jahr an den Bund gezahlt, um über einen Investor eine „Entwicklung aus einem Guss“ einzuleiten.

Möglichkeiten seien vertan worden

Obwohl Bürgermeister Thorsten Stolz (SPD) in das seit dem Herbst 2009 laufende Verfahren die Fraktionen eingebunden hatte und so Anregungen von allen Seiten aufgenommen wurden, erwies sich die Entscheidung über den Verkauf am Mittwochabend nicht als reine Formsache. Während das Bündnis aus SPD, Bürger für Gelnhausen und FDP sowie die Linke dafür votierten, enthielten sich die CDU-Fraktionsmitglieder der Stimme.

Der Christliche Demokrat Jürgen Degenhardt gestand Stolz zwar zu, dass er das Verfahren seit gut einem Jahr sehr zügig durchgezogen habe, Jahre davor sei aber nichts oder zu wenig geschehen. So seien Möglichkeiten vertan worden, eine bessere städtebauliche Lösung zu erarbeiten, das Vorhaben in seinen Auswirkungen auf die Gesamtstadt und den Verkehr in der Umgebung besser zu untersuchen. Die CDU verweigere sich dem Verkauf nicht, wolle mit ihrer Enthaltung aber deutlich machen, dass es besser gegangen wäre.

Keine roten Zahlen für die Stadt

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Jörg Lehnert, bezweifelt die Darstellung des Bürgermeisters, mit 13 interfraktionellen Gesprächen und Veranstaltungen „am runden Tisch“ für Transparenz des Verfahrens und konstruktive Mitarbeit aller Parteien gesorgt zu haben. Stolz habe Zeitdruck erzeugt, das Verfahren aus den städtischen Gremien an den runden Tisch verlagert, für den es keine Legitimation gebe und der Ausschüsse und Stadtparlament nicht ersetzen dürfe. Die Bürgerbeteiligung sei auf der Strecke geblieben.

Stolz beharrte darauf, das Verfahren sei einwandfrei und den einmütigen Beschlüssen der Stadtverordneten entsprechend abgewickelt worden. Die CDU-Haltung bezeichnete er als unverständlich. Die Stadt bekomme einen Investor, der – wie in Konversionsprojekten in Hanau bewiesen – sein Vorhaben in enger Abstimmung mit der Kommune verwirkliche. Zudem verwiesen Stolz und Redner der Koalition darauf, dass dieses wichtigste laufende Stadtentwicklungsprojekt neben der Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs zwischen Gelnhausen und Linsengericht der Stadt keine roten Zahlen beschere, sondern einen kleinen Gewinn neben den gewünschten städtebaulichen Vorteilen.

Mit Rewe ist schon ein Vertrag abgeschlossen worden

Stolz bekräftigte gestern seine Ansicht, dass das von Krebs und dem Hanauer Architekten Klaus Heim präsentierte Konzept eine Riesenchance biete, die Wohnqualität der Kreisstadt zu steigern, den Einzelhandel wieder stärker an die Innenstadt heranzuziehen und an das Umland mit seinen großflächigen Märkten verlorengegangene Kaufkraft zurückzuholen. Krebs versprach, seine Pläne so zu verwirklichen, wie er sie vorgelegt habe. Er wolle sogar zwölf der 16 Wohnblocks abreißen. Die künftige Siedlung sei nach einem amerikanischen General benannt, der schon der ehemaligen Kaserne den Namen gegeben habe.

Entlang der belebten Straßen Am Galgenfeld und dem Autobahnzubringer Freigerichtstraße sollen auf 8000 Quadratmetern neue Gewerbebauten errichtet werden, außerdem 400 Parkplätze. Mit Handelsbetrieben wie Rewe seien schon Verträge abgeschlossen. Ein Technikmarkt komme, ein Discounter, ein Tiernahrungsgeschäft, Textilhandel, eine Apotheke, ein Café und anderes mehr. Die Gewerbezeilen und 20 bis 25 Meter breite Grünanlagen sollen als Lärm- und Sichtschutz für die Wohngebäude dienen.

Begegnungsstätte und betreutes Wohnen

In den vier bleibenden Blocks sollen 96 großzügig geschnittene, sanierte Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen mit 116 und 97 Quadratmeter Wohnfläche zu günstigen Preisen je zur Hälfte vermietet und verkauft werden. Alle viergeschossigen Häuser erhalten Fahrstühle, neue Dächer, jede Wohnung einen Balkon. Zwischen den Blocks und den Grünanlagen sollen auf 500 bis 700 Quadratmeter großen Grundstücken Einfamilienhäuser, bei Bedarf auch Doppelhäuser entstehen.

Gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis plant Krebs ein Gebäude für eine ambulant versorgte Hausgemeinschaft, eine Begegnungsstätte und Betreutes Wohnen. Vorgesehen ist ferner ein Kinderhort, ein vorhandener großer Kinderspielplatz bleibt erhalten.

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