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Gefährliche Baustelle bei Aschaffenburg weicht Auf sechs Spuren an der Stadt vorbei

05.11.2008 ·  Der Ausbau der Autobahn 3 bei Aschaffenburg wurde von einer Bombenexplosion und weiteren tödlichen Unfällen überschattet. Doch schon bald sind wieder alle Spuren in die Richtungen Frankfurt und Würzburg befahrbar.

Von Ewald Hetrodt
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Eine der bekanntesten Baustellen Deutschlands wird geräumt. Drei Jahre hat es gedauert, den knapp fünf Kilometer langen Abschnitt der total überlasteten Autobahn 3 zwischen den Aschaffenburger Anschlussstellen Ost und West sechsstreifig auszubauen. Spätestens zu Beginn der nächsten Woche sind alle Spuren in die Richtungen Frankfurt und Würzburg befahrbar.

Während der Bauzeit verschafften der Stadt Aschaffenburg nicht nur die beinahe jeden Tag in den Verkehrsdurchsagen gemeldeten Staus traurige Berühmtheit, sondern auch die fünf Todesopfer, die das Projekt mit sich brachte. Zwei Polizisten wurden bei einer Inspektion der Baustelle überfahren, ein Motorradfahrer wurde ganz in der Nähe von zwei Lastwagen zerquetscht, eine Autofahrerin musste hinter dem Lenkrad sterben, weil ein anderes Fahrzeug von der Gegenfahrbahn über die mittlere Leitplanke hinweggeschleudert wurde und mit dem Gegenverkehr kollidierte.

862 Unfälle

Im Oktober 2006 explodierte an der Strecke eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg und riss einen Baggerfahrer in den Tod. Im November musste ein Sprengkommando einen weiteren Blindgänger entschärfen. Die Bauarbeiten wurden für weitere Erkundungen des Bodens unterbrochen. Bis heute wird mit Hilfe von Luftaufnahmen und Sonden auch in den in der Nähe der Autobahn gelegenen Stadtteilen Aschaffenburgs bei jedem Neubau mit besonderem Aufwand nach Blindgängern gesucht.

Außergewöhnlich war auch die extrem hohe Zahl von Unfällen. Sie stieg nach dem Beginn der Bauarbeiten auf das Vierfache an. Der Autobahndirektion Nordbayern blieb nur, zu betonen, dass in Aschaffenburg nach denselben Vorgaben gearbeitet werde wie auf allen anderen vergleichbaren Baustellen Deutschlands. Auch die Breite der vorübergehend verengten Fahrstreifen entspreche der allgemeinen Norm, hieß es. Die Verkehrspolizeiinspektion in Hösbach hat insgesamt 862 Unfälle gezählt. In 73 Fällen gab es Verletzte.

Gesamtkosten: 41 Millionen Euro

Für Irritationen sorgte schließlich nicht nur die Zahl der Staus, sondern auch deren Länge. Ein besonderer Grund dafür war die kurz vor der Baustelle gelegene Einhausung. Wegen der giftigen Abgase darf dort nur eine begrenzte Zahl von Fahrzeugen stehen, so dass es bei Staus relativ rasch zu einer Blockabfertigung kommt. Diese lässt die Autoschlangen regelmäßig noch länger werden.

Wenn der Zeitplan für den Ausbau trotz der besonderen Umstände eingehalten werden konnte, liegt dies auch an besonderen Maßnahmen. So wurden zum Beispiel, um Zeit zu gewinnen, alte Überführungen nicht mit konventionellen Methoden abgebrochen, sondern gesprengt. Es entstanden insgesamt sieben neue Brücken. Auf einer Länge von drei Kilometern wurden Lärmschutzwände und -wälle in einer Höhe von bis zu neun Metern errichtet. Die Gesamtkosten liegen nach den Angaben der Autobahndirektion bei etwa 41 Millionen Euro.

Flüsterasphalt

Die neue Fahrbahn ist mit insgesamt 33 Metern zehn Meter breiter als die alte. Nun ist die südliche Trasse auf drei Spuren von Frankfurt in Richtung Würzburg befahrbar. Auf der nördlichen Fahrbahn rollt derweil der Verkehr in umgekehrter Richtung – allerdings bislang nur auf zwei Streifen. Die Autobahnmeisterei benötigt noch ein paar Tage, um Markierungen und Leitplanken zu entfernen. Im nächsten Frühjahr muss der gesamte Verkehr noch einmal ein paar Wochen lang nur über die südlichen Fahrbahnen geführt werden, damit auf der nördlichen Trasse der sogenannte Flüsterasphalt aufgetragen werden kann.

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Jahrgang 1963, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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