Die Apfelweinproduzentin Johanna Höhl hat die Hoffnung aufgegeben, während der Fußball-WM im Frankfurter Stadion noch das hessische Nationalgetränk ausschenken zu dürfen. „Die Fifa kämpft um jeden Liter, und wir kommen nicht zum Zug“, sagte die Chefin der Kelterei aus Maintal-Hochstadt bei Frankfurt am Dienstag der dpa.
Der Weltfußballverband (Fifa) hat die Rechte zum Ausschank alkoholischer Getränke an die amerikanische Brauerei Anheuser (Bud) als Hauptsponsor vergeben und bislang keine Ausnahmegenehmigung erteilt.
Die Stadt Frankfurt versuche allerdings noch, auf politischem Wege ein Einlenken zu Gunsten des „Ebbelweis“ zu erreichen, sagte Sprecher Ralph Klinkenborg. „Ich glaube nicht mehr dran. Wir sind aber in jedem Fall lieferbereit“, meinte dazu Höhl, deren Betrieb als Exklusivpartner der Stadt während der WM auftritt.
„Höhl dir die WM“
Die Kelterei muß sich vorerst mit einem WM-Preisausschreiben unter dem Motto „Höhl dir die WM“ und allerlei Ausschankstellen entlang des Mains begnügen. In der so genannten „Main-Arena“, in der die WM-Spiele live übertragen werden, kommt das Stöffche der Hochstädter nach bisheriger Rechtslage ebenfalls nicht in die Becher der Fans.
„Das ist alles sehr schade, zumal die Bayern ihr Weißbier im Stadion durchgesetzt haben“, meinte Höhl. Sie hoffe nun auf regen Besuch nach den Spielen in den zahlreichen Apfelweinkneipen. „Da ist es einfach schön, wenn alle zusammensitzen und der Bembel in der Mitte steht. Ebbelwei heißt nicht umsonst auch Babbelwasser.“

