21.05.2009 · Im Besucherzentrum in Messel herrscht viel Freude über die Publizität von Fossil „Ida“. Sogar in New York wird nun groß über den Fund und den kleinen Ort, aus dem er stammt, berichtet.
Von Werner Breunig, MesselMarie-Luise Frey strahlt: Eine gigantische Resonanz habe es der Grube Messel eingebracht, dass in New York groß über die wissenschaftliche Sensation „Ida“ berichtet wurde. Wenn der Stammbaum des Menschen ergänzt werde und der Beleg – das Fossil eines Primaten – aus der Grube Messel stamme, dann freut sich auch die Geschäftsführerin der Gesellschaft, die das Besucherzentrum betreibt. Der Medienrummel habe auch schon Mails aus aller Welt gebracht mit vielen Glückwünschen von Partner-Organisationen, berichtet Frey, die derzeit noch in einem Behelfscontainer am Rande der Grube arbeitet.
Erst 2010 wird das neue Besucherzentrum fertig, für das das Land Hessen fünf Millionen Euro ausgibt, zudem noch vier Millionen für Konzeption und Erstausstattung. Sie sei froh, dass mit der Fossilienfundstätte, seit 1995 Unesco-Weltnaturerbe, mehr verbunden werde, als Saurier.
Erst jetzt war Geld für den Kauf des Fossils da
Dass ein anonymer Amateur-Schürfer das Fossil eines 58 Zentimeter großen Tieres anbiete, wusste Frey seit gut einem Jahr, doch es war schlicht kein Geld da. So ging es nach Oslo und sorgte jetzt in New York für die Sensation. Es handelt sich bei „Ida“, wie berichtet, offenbar um einen gemeinsamen Vorfahren von Affen und Menschen mit menschentypischen Merkmalen.
„Ida“ wurde in den achtziger Jahren gefunden. Damals habe eine Goldgräberstimmung geherrscht. Als die Grube zu einer Abfalldeponie werden sollte, ging es darum, zu retten, was zu retten war. 1974 war die Grube zwar für Amateure gesperrt worden, doch daran gehalten hat sich nicht jeder. So wurde mancher Fund fortgeschafft. Erst seit 1992 gibt es einen Vertrag des Landes mit der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft über den weiteren Betrieb der Grube Messel im Tagebau. Auch das Landesmuseum Darmstadt darf weiter graben.
An die Goldgräberzeit erinnert sich auch Norbert Feist aus Mühltal. Rund 20 Männer hätten sich ihre Claims eingeteilt in Konkurrenz zu den Forschunginstitutionen. Viel Rivalität habe es damals gegeben, aber auch Hilfe von jungen Wissenschaftlern, die die Amateur-Schürfer und „Raub-Gräber“ auf das Gelände gelassen hätten. Er als junger Mann habe kein Interesse daran gehabt, wie sein Vater „für 15 Stunden am Tag zum Steineklopfen“ in die Grube zu gehen. Der Vater habe Abgüsse von den Funden gemacht, Repliken, die er Museen und Sammlern angeboten habe. Das Handwerk verfolgt der Sohn heute selbst. So gab er vor vier Jahren ein Ur-Raubtier an das Landesmuseum.
Verwechslung?
Shora Fix (shorafix)
- 22.05.2009, 17:49 Uhr
Werner Breunig Jahrgang 1952, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Landkreis Darmstadt-Dieburg.
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