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Fleischskandal Verbraucherzentrale fordert mehr Fleisch-Kontrollen

04.09.2006 ·  Auch Firmen im Rhein-Main-Gebiet wurden von dem unter Gammelfleisch-Verdacht stehenden Münchner Großhändler beliefert. Die hessische Verbraucherzentrale verlangt nun stärkere Kontrollen.

Von Katharina Iskandar
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Die hessische Verbraucherzentrale verlangt stärkere Kontrollen in fleischverarbeitenden Betrieben, nachdem bekanntgeworden war, daß auch Firmen im Rhein-Main-Gebiet von dem unter Gammelfleisch-Verdacht stehenden Münchner Großhändler beliefert worden waren. Es gebe gravierende Lücken in der Lebensmittelüberwachung, sagte die Sprecherin der Verbraucherzentrale, Andrea Schauff. Ihrer Ansicht nach soll sich die Zahl der Proben, die jährlich von den Lebensmittelkontrolleuren entnommen werden, nicht mehr wie bislang nach der Einwohnerzahl richten, sondern nach der Zahl der Betriebe im jeweiligen Bundesland. Möglicherweise sei in Hessen noch mehr verdorbenes Fleisch in Umlauf.

Mittlerweile ist in vier Betrieben Fleisch des Münchner Großhändlers gefunden worden. Die zwei Asia-Läden und zwei Zwischenhändler waren in Lieferlisten des Münchner Unternehmens vermerkt oder haben sich freiwillig gemeldet. Sie haben insgesamt gut 500 Kilogramm Ente, Rind, Schwein und Huhn bezogen. Bei einer ersten Untersuchung habe es keine Anzeichen von Fäulnis gegeben, teilte der Sprecher des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Torsten Volkert, auf Anfrage mit.

Dönerhändler: „Wird stehen unter Generalverdacht“

Das Fleisch habe gut ausgesehen und gut gerochen. Derzeit würden Proben des Fleisches im Landeslabor Gießen mikrobiologisch untersucht. Die Ergebnisse stünden frühestens am Mittwoch fest. Nach den Worten Volkerts ist Hessen von dem „Gammelfleisch-Skandal“ relativ gering betroffen. Die gut 500 Kilogramm, die hessische Betriebe eingelagert hätten, seien nur nur „ein Bruchteil dessen, was in ganz Deutschland im Umlauf ist“. 136 Lebensmittelkontrolleure seien unterwegs, um die Qualität in den hessischen Betrieben zu sichern.

Volker Stojanowic vom Landeslabor Gießen glaubt nicht, daß das Münchner Fleisch, sollte es tatsächlich verdorben und noch immer im Umlauf sein, für den Menschen gefährlich werden könnte nicht - solange es keine Salmonellen oder sonstigen Krankheitserreger enthalte. Meistens sei abgelaufenes Fleisch mit Verderbniskeimen versetzt, die Fäulnis hervorriefen, aber nur in Einzelfällen zu Unwohlsein führten. „Es ist die Aufgabe jedes Händlers, daß er die gelieferte Ware überprüft“, sagte der Veterinär. Nach Ansicht von Andrea Schauff können auch die Endverbraucher verdorbenes Fleisch gut erkennen: „Es sollte mild säuerlich riechen, keinesfalls süßlich. Die Oberfläche darf nicht schmierig sein.“ Liegt das Fleisch in einer blutig-wäßrigen Flüssigkeit, sei das ein Hinweis dafür, daß es schon einmal gefroren gewesen sei. „Auch das ist nicht gut.“

Besonders schwer haben es die Dönerhändler in der Region. „Immer dann, wenn ein Fleischskandal aufkommt, stehen wir unter Generalverdacht“, sagt der Besitzer eines Döner-Hauses im Frankfurter Bahnhofsviertel. Sein Fleisch bezieht er seit Jahren schon von einem Schlachthof in Fechenheim, wo er 6,50 Euro für das Kilo Kalbfleisch zahlt. Dafür koste der Döner bei ihm mit 3,80 Euro auch fast viermal so viel wie etwa in Berlin. „Die Leute kaufen ihn trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen.“

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