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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fernsehen Bald 24 Programme digital über Antenne zu empfangen

 ·  Vom 6. Dezember an ist das über Antenne ausgestrahlte Fernsehprogramm in der Rhein-Main-Region komplett digital. Wer weder über einen Kabelanschluß noch über eine „Satellitenschüssel“ verfügt, muß sich dann ein Zusatzgerät kaufen.

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Vom 6. Dezember an ist das über Antenne ausgestrahlte Fernsehprogramm in der Rhein-Main-Region komplett digital. Dann wird sich, wer weder über einen Kabelanschluß noch über eine Satellitenschüssel verfügt, ein Zusatzgerät kaufen müssen, das die Signale entschlüsselt - sonst ist der normale Fernsehempfang nicht mehr möglich. Grund für die Umstellung sei zum einen die bessere Bildqualität, sagte am Mittwoch Staatskanzlei-Chef Stefan Grüttner (CDU) bei der Vorstellung des neuen Systems. "Mit Rauschen und Schnee unterlegte Bilder wird es nach der Digitalisierung nicht mehr geben." In Berlin, im Raum Hannover und Köln-Bonn seien die Erfahrungen positiv. Es werde mit der digitalen Technik außerdem möglich sein, bis zu 24 Programme über Antenne zu empfangen - auch unterwegs, "im Garten oder am Baggersee", so Grüttner. Das Ganze sei eine "digitale Wiederbelebung der guten alten Antenne", erklärte Joachim Weimann, Betriebsdirektor des Hessischen Rundfunks.

Der Empfang öffentlich-rechtlicher Programme funktioniert mit dem entsprechenden Zusatzgerät schon vom 4.Oktober an, dem Beginn der relativ kurzen Übergangszeit bis Dezember. Die privaten Sender, wie Pro Sieben und RTL, werden jedoch erst vom 6.Dezember an digital ausgestrahlt (siehe Kasten). Spätestens dann empfangen Haushalte, die keinen digitaltauglichen Empfänger besitzen, nur noch Rauschen. Betroffen sind von der Umstellung rund zehn Prozent der Haushalte im Rhein-Main-Gebiet, in denen noch immer über eine Dach- oder Zimmerantenne ferngesehen wird: Sie müssen umrüsten. Zwischen 139 und 194 Euro kosten die von der Stiftung Warentest empfohlenen Geräte. Das billigste, das gerade noch das Resultat "befriedigend" erreichte, ist für 100 Euro zu haben. Um mit dem Videorecorder das eine Programm aufzunehmen, selbst aber gleichzeitig ein anderes zu schauen, sind noch einmal besondere Geräte nötig, sogenannte Twin Receiver. Für die Qualität der angebotenen Geräte bürgt das Gütesiegel der Hessischen Landesmedienanstalt. Auch Fernsehgeräte mit integriertem Empfangsteil sind schon auf dem Markt.

Das Sendegebiet für die neuen, digitalen Programme reicht von Ludwigshafen bis Gießen, von Rüdesheim bis Aschaffenburg. Manche Zuschauer in diesen Randgebieten werden größere Antennen benötigen. In und um Hanau, Darmstadt, Worms, Ingelheim, Idstein und Bad Nauheim ist der Empfang in geschlossenen Räumen dann nicht mehr ungestört möglich - wer dort bisher mit einer Zimmerantenne ferngesehen hat, benötigt eine Außenantenne. In Frankenthal, Bingen, Limburg, Butzbach und Aschaffenburg läßt sich das Fernsehprogramm nach der Umstellung nur noch über eine Dachantenne empfangen. In Frankfurt, Wiesbaden und Mainz ist hingegen neben dem Empfangsteil eine einfache Zimmerantenne ausreichend.

Jörg-Peter Jost, Leiter der Zentraltechnik beim Hessischen Rundfunk, gibt zu, daß selbst bei der Wahl der richtigen Antenne noch einige "weiße Flecken" im Sendegebiet blieben. Doch die Frequenztechniker seien dabei, das Problem zu lösen. Um alle Haushalte zu erreichen, wird am Samstag mit einem Hubschrauber die Spitze des Frankfurter Fernmeldeturms ausgetauscht - die neue ist zwölf Meter höher.

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