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Ferienjobs Studenten werden noch fündig, Schüler nur selten

07.08.2009 ·  Die Wirtschaftskrise spüren alle – auch Schüler und Studenten. Möglichkeiten, in den Ferien Geld zu verdienen, sind rar geworden. Außerdem stellen Unternehmen teilweise recht hohe Anforderungen, wie etwa die Wisag Service Holding in Frankfurt.

Von Rafael Barth
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Die Wirtschaftskrise spüren alle – auch Schüler und Studenten. Zumindest, wenn sie während der Ferien Geld verdienen wollen. „Im direkten Vergleich zu den Vorjahren sieht es diesmal öde und traurig aus“, sagt Andrea Hartenfeller, Personalberaterin im „Career Center“ der Frankfurter Universität. Gerade einmal eine Handvoll Angebote seien bei ihr eingetroffen, darunter etwa jenes für Sportstudenten, die Grundschüler zwei Wochen lang zum Schwitzen bringen sollen. Aber solche „ganz konkreten Anfragen“ gibt es wenig.

Aus dem einen oder anderen Unternehmen hat Hartenfeller gehört, dass die Krise dort für Zurückhaltung sorge. So seien beispielsweise Hotels oder Büros bemüht, sich „irgendwie anders zu behelfen“, meist mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen. Wenn Leute gebraucht würden, suchten Firmen jetzt stärker als bisher auf eigene Faust, etwa über ihre Internetseiten, um Anzeigenkosten und Vermittlungsgebühren zu sparen.

Arbeit auf der IAA

Diesen Trend beobachtet auch Michael Derieth von Jobmensa, einem Internetportal für Studentenjobs. „Ja, diese Krise nimmt Einfluss“, sagt er. Vergleichszahlen hat er nicht, denn das Angebot gibt es erst seit Oktober vorigen Jahres. Firmen hielten sich aber mit Verweis auf die Wirtschaftslage bei Rahmenverträgen zurück, die es ihnen erlaubten, für drei, sechs oder zwölf Monate Anzeigen auf www.jobmensa.de zu schalten. Laut Derieth sind Jobs in der IT- sowie der Promotion-Branche noch am einfachsten zu bekommen — und jetzt, in der vorlesungsfreien Zeit, auch besonders begehrt. Denn durch die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master hätten Studenten während des Semesters kaum noch Zeit zu arbeiten. „Das haben die meisten Unternehmen noch gar nicht begriffen“, meint Derieth.

Bei der Frankfurter Niederlassung von „Mise en Place“, einem Personaldienstleister für die Gastronomie, ist derzeit „kaum was los“, berichtet Erkan Altinok. Viele Hotels fragten „fast gar nicht mehr“ nach Mitarbeitern, sondern versuchten, mit eigenen Kräften zurechtzukommen. So gäbe es in diesem Jahr etwa 40 Prozent weniger Ferienjobs bei „Mise en Place“, schätzt Altinok. Und auch Frank Wenig von der Accente Gastronomie Service GmbH vermutet, dass er in diesem Jahr weniger Stellen anbieten wird als gewöhnlich. Als Dienstleister der Frankfurter Messe hat die Firma erst im September zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Arbeit zu vergeben. Dort werden mit 700 Ausstellern etwa ein Drittel weniger Unternehmen erwartet als vor zwei Jahren. Trotzdem gibt sich Wenig gelassen: Die Gastronomie habe bisher keine großen Einbußen verzeichnet, „wir werden einigen Bedarf haben“.

„Man muss rausgehen und nachfragen“

Während Studenten immer noch freie Stellen aufspüren können, ist es nach den Worten von Angela Köth von der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur deutlich schwieriger, einen Job zu finden. Jugendliche müssten mindestens 13 Jahre alt sein, um zu arbeiten, und von 15 Jahren an dürften sie höchstens vier Wochen im Jahr tätig sein. Außerdem stellen Unternehmen teilweise recht hohe Anforderungen, wie Henrike Wooge von der Wisag Service Holding, von der Gebäude gereinigt und gemanagt werden, bestätigt. „Viele unserer Tätigkeiten lassen sich aufgrund der mitunter hohen Qualifikation der Mitarbeiter, beispielsweise als Techniker, und der Einarbeitungszeit nicht von Schülern übernehmen“, meint Wooge. Deshalb biete die Wisag in der Regel keine Ferienjobs an.

Statistiken zur Entwicklung der Zahl von Ferienjobs hat Angela Köth von der Arbeitsagentur nicht. Nur so viel: „Es sind in den letzten Jahren immer weniger geworden. Uns wird kaum noch was gemeldet.“ Das läge auch am Niedriglohnsektor, viele einfache Arbeiten würden von 400-Euro-Kräften erledigt. Und nun, in Zeiten der Kurzarbeit, suchten Unternehmen erst recht keine Mitarbeiter. Für Ferienjob-Suchende hat Köth nur einen Rat: „Man muss rausgehen und nachfragen.“ Zeitungen austragen, Brötchen über die Theke reichen, Regale auffüllen: Manchmal werde doch ein Helfer gesucht.

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