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Falschgeld Dem falschen Fuffziger auf der Spur

17.09.2007 ·  Die Chance, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist relativ gering: Laut Bundesbank wurden im Jahr 2006 rund 46.000 gefälschte Euro-Geldscheine registriert. In Mainz präsentierte sich die Bundesbank der Öffentlichkeit.

Von Oliver Koch
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Nein, einen besonders vertrauenerweckenden Eindruck macht die Fünfzig-Euro-Banknote nicht: Das Papier fühlt sich auffallend glatt an und weist im Druckbild keine erhabenen Stellen auf, das Hologramm-Element erinnert irgendwie an Stanniolfolie, und die Wertzahl „50“ lässt den changierenden Effekt von Purpurrot nach Olivgrün vermissen. Nach eingehender Begutachtung der Banknote steht für Jutta Zimmermann fest, dass es sich bei dem Geldschein sprichwörtlich um einen „falschen Fuffziger“ handelt.

Der Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank lächelt zufrieden. Geduldig klären er und seine Kollegen während des Bürgerfestes in der Hauptverwaltung Mainz über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten auf und geben Tipps, wie man nach dem Motto „Fühlen, Sehen, Kippen“ den echten Geldschein von der Fälschung unterscheiden kann.

3,2 Millionen Euro Schaden durch Blüten

Zwischen zweieinhalb und dreitausend Menschen, so schätzen die Bundesbanker, nutzen die Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen der geheimnisumwitterten und als außerordentlich diskret geltenden Institution zu werfen. Anlass für das Bürgerfest ist der 50. Geburtstag der ehemaligen D-Mark-Hüterin.

Neben verschiedenen Vorträgen und Filmvorführungen über Rolle und Funktion der Bundesbank stoßen vor allem eine interaktive Ausstellung und die Informationsstände zum Thema Falschgeld auf großes Interesse. „Ich kenne zwar die Sicherheitsmerkmale, aber im Alltag prüft man die ja nicht immer“, sagt Besucherin Zimmermann, die so souverän die falsche Fünfzig-Euro-Note erkannt hat. Ein junger Mann ist sich der Sicherheitsmerkmale zwar bewusst, fühlt sich von der Thematik aber nicht so recht betroffen. „Ich habe ohnehin nie Bares dabei, zahle fast nur mit EC-Karte“, berichtet er und lobt die Idee, ein Bürgerfest auszurichten.

Man wolle die Leute einfach nur dazu anregen, ein bisschen genauer hinzuschauen, so ein Mitarbeiter am Falschgeld-Infostand. „Die Erdbeeren werden vor dem Kauf dreimal angeschaut, das Wechselgeld dann aber unbesehen weggesteckt“, findet er kritische Worte für das Verhalten mancher Verbraucher. Gleichwohl ist dem Vernehmen nach die Chance, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, gering: So wurden laut Bundesbank im Jahr 2006 rund 46.000 gefälschte Euro-Geldscheine mit einer Schadenssumme von 3,2 Millionen Euro im deutschen Zahlungsverkehr registriert.

Dreihundert-Euro-Scheine im Umlauf

Von Falschgeld zu unterscheiden sind übrigens sogenannte Verfälschungen wie Spaßgeldscheine mit unrealistischen Wertangaben oder verfremdetem Design, die unter bestimmten Bedingungen erlaubt sind. Allerdings seien versehentlich auch schon Dreihundert-Euro-Scheine in Umlauf gelangt, berichtet ein Mitarbeiter. Diese hätten daraufhin verändert werden müssen, hieß es. Zu den Aufgaben der Hauptverwaltung Mainz, die für die Bundesbank-Filialen in Rheinland-Pfalz und im Saarland zuständig ist, gehören unter anderen die Bargeldversorgung und Beaufsichtigung der Kreditinstitute.

Ferner ist in Mainz ein Analysezentrum für Falsch- und beschädigtes Bargeld untergebracht; außerdem spielt die Niederlassung als „Service-Zentrum für Bargeld-Logistik“ auch für die deutschlandweite Euro-Versorgung eine wichtige Rolle. Hierfür ist das Gebäude mit entsprechenden Tresorräumen ausgestattet, in die sicher auch der ein oder andere Besucher gerne einen Blick geworfen hätte.

Dies sei jedoch aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich, so Hauptverwaltungspräsident Helmut Rittgen, der das Bürgerfest als gewissen „Balanceakt“ für die auf Diskretion und Sicherheit bedachte Institution beschreibt. Daher sei er „unglaublich zufrieden“, dass die Besucherzahl die Erwartungen weit übertroffen habe.

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