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European Business School Wiesbaden wird Sitz einer Universität

 ·  Stadt und Land fördern die Errichtung einer juristischen Fakultät der European Business School mit knapp 25 Millionen Euro. Die "Law School" soll 2011 ihren Lehrbetrieb aufnehmen.

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Die European Business School (EBS) wird 120 Millionen Euro in die Gründung einer juristischen Fakultät investieren. Dafür erhält sie von der Stadt Wiesbaden und dem Land eine Anschubfinanzierung in der Höhe von insgesamt 24,7 Millionen Euro. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der Präsident der Hochschule, Christopher Jahns, der Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller sowie die Landesminister Karlheinz Weimar, Eva Kühne Hörmann (alle CDU) und Jörg-Uwe Hahn (FDP).

Der förmliche Akt fand im Schwurgerichtssaal des alten Gerichtsgebäudes an der Moritzstraße statt. Dort soll die „Law School“ im Herbst 2011 ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Im Hinblick darauf wird die EBS sich schon im September dieses Jahres als Universität konstituieren. Wie Jahns erläuterte, sieht das hessische Hochschulgesetz diese Titulierung vor, sobald eine Hochschule „mehrere“ Fachbereiche aufweisen kann. Der genaue Name stehe noch nicht definitiv fest, er werde aber deutlich machen, dass es sich um eine Universität „für Wirtschaft und Recht“ handle, erklärte Jahns. „Weil wir ja nicht zwanzig, sondern nur zwei Fakultäten haben.“ Der Neununddreißigjährige unterstrich die internationale Ausrichtung seiner Hochschule.

Juristen und Verwaltung kommen nach Wiesbaden

Die 1200 Betriebswirtschaftler bleiben auf ihrem Campus am Schloss Reicharthausen in Oestrich-Winkel. Die Juristen werden gemeinsam mit der Verwaltung in die Wiesbadener Innenstadt ziehen. Langfristig sollen dort 800 Studenten und etwa 250 Angestellte lernen und arbeiten. Die Studiengebühren sollen sich an den Beträgen orientieren, die gegenwärtig in der betriebswirtschaftlichen Fakultät gezahlt werden. Ein Bachelor-Studium kostet dort 5750 Euro in einem Jahr. Jahn sagte, dass rund 22 Prozent der Studenten Stipendien oder zinslose Kredite erhielten. Ihr Anteil solle in den nächsten Jahren „auf bis zu 30 Prozent“ der ganzen Studentenschaft wachsen.

Gerade arbeite man daran, einen Bildungsfonds aufzulegen. Die Studenten finanzierten ihr Studium aus diesem Topf und zahlten es zurück, wenn sie selbst Geld verdienten. Jahns sagte auf Nachfrage, dass der bei weitem überwiegende Teil der Stipendien nicht von der EBS selbst, sondern von Privaten finanziert werde.

Umstrittenes Projekt

Die Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann erinnerte daran, dass Hessen sich verpflichtet habe, die Zahl seiner Studienplätze bis zum Jahr 2020 deutlich zu erhöhen. Hierzu leiste die EBS einen namhaften Beitrag. Hahn berichtete von einem Gespräch, dass er gerade erst mit seinem Hamburger Kollegen, dem Justizsenator Till Steffen geführt habe. Dieser stehe ohne Einschränkungen zu der Bucerius Law School, der bislang einzigen privaten Jura-Hochschule in Deutschland. Dass Steffen eine so positive Haltung gegenüber dieser Einrichtung einnehme, sei bemerkenswert, weil er den Grünen angehöre.

Damit spielte der FDP-Politiker auf die scharfe kommunalpolitische Kontroverse an, die das Projekt der EBS in Wiesbaden ausgelöst hatte. Wie berichtet, hatte der Kreisverband der Grünen die Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung dringend davor gewarnt, einer öffentlichen Förderung zuzustimmen, und die Jamaika-Koalition damit an den Rand des Scheiterns geführt.

Die Landeshauptstadt als „Wissensstandort“

Oberbürgermeister Müller nannte die Einigung jetzt „einen großen Sprung nach vorn“ und betonte Wiesbadens Rolle als „Wissensstandort“. Die Stadt zahlt zehn Millionen Euro. Der vom Land zu tragende Anteil der Anschubfinanzierung liegt bei 14,7 Millionen Euro. Finanzminister Weimar unterstrich, dass der Betrag in verschiedenen Tranchen über drei Jahre hinweg ausgezahlt werde, und stellte der Summe die Ausgaben des Landes für die öffentlichen Hochschulen gegenüber.

Sie liegen nach seinen Angaben allein in diesem Jahr bei insgesamt 2,7 Milliarden Euro. Die unterschiedlichen Dimensionen seien in der aufgeregten kommunalpolitischen Debatte aus dem Blick geraten, meinte Weimar. Nach seinen Worten sind die Zuschüsse für konkrete Zwecke vorgesehen. So werde das Land beispielsweise die „Verantwortung“ für den Bau einer Tiefgarage mit 454 Plätzen übernehmen. Diese stehe nicht nur den Angehörigen der „Law School“, sondern auch der Öffentlichkeit offen. Der Minister wies darauf hin, dass noch Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde erforderlich seien. Die Federführung für den gesamten Bau liege bei der EBS.

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