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Sonntag, 19. Februar 2012
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Eschborner Rathaus-Neubau Ein Hochhaus für die Verwaltung

20.12.2009 ·  Das Eschborner Preisgericht kürt die Sieger im Architektenwettbewerb für den Neubau von Rathaus und Stadthalle. Noch liegt nicht fest, welcher Entwurf auch gebaut wird.

Von Heike Lattka, Eschborn
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Noch haben sich die Stadtverordneten nicht festgelegt, ob sie Eschborns Innenstadt den Kahlschlag und Wiederaufbau verordnen wollen. Gestern prämierte ein Preisgericht unter 14 Architektenbüros zunächst einmal die drei besten Entwürfe für eine Neuplanung des Areals Stadthalle/Rathaus. Die Notwendigkeit des auf mindestens 40 Millionen Euro geschätzten Vorhabens stellte Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) gestern bei der Präsentation der drei ersten Preise heraus. Stadthalle und Rathaus seien nicht aus einem Guss entstanden, sondern immer wieder durch Anbauten verändert worden. Sie entsprächen schon lange nicht mehr den modernen Anforderungen.

Der Magistrat wünsche sich für das 11 500 Quadratmeter große Areal neue Gebäude, die die Innenstadt prägten, die sich in das Gesamtambiente einfügen sollten, skizzierte er. Ebenso zählten funktionale und energetische Aspekte zu wichtige Entscheidungskriterien.

Neue Akzente auf dem Rathausvorplatz

Mit dem ersten Preis, der in Höhe von 54 000 Euro dotiert ist, wurde das Büro Schweger Associated Architects GmbH aus Hamburg ausgezeichnet. Sein Entwurf präsentiert die Stadthalle als flachen Gebäudekörper neben einem neungeschossigen Hochhaus, das lediglich über einen hinter den Gebäuden liegenden schmalen Riegel verbunden ist. Dadurch wird nach Ansicht der Preisrichter der Rathausvorplatz neu akzentuiert. Die ausgewogenen Baumassen seien eine wohltuende Ergänzung für Eschborns neue Mitte. Gleichzeitig ergebe sich mit einfachen Mitteln ein einladendes Entree mit Vorplatz.

Allerdings äußerten die Preisrichter, zu denen fünf Kommunalpolitiker aus den Reihen von CDU und FDP sowie sechs Fachexperten gehörten, auch einige Kritik. So entspreche die Größe der Regelgeschosse im Hochhaus nicht der Anforderung optimaler Verwaltungsabläufe. Ebenso verkleinere sich der Rathausvorplatz durch die vorgesehene Teilbegründung Richtung Bach. Insgesamt bescheinigten die Preisrichter dem Hamburger Büro aber eine städtebaulich in funktionaler und gestalterischer Hinsicht gelungene Lösung.

Kritik an übergroßer Höhe des Stadthallensaals

Den mit 34 000 Euro zweiten Preis erhielt das Büro AP Plan Mory Osterwalder Vielmo aus Stuttgart, das bei seinem Entwurf auf einen herausragenden baulichen Akzent verzichtete. Vielmehr folgt hier ein viergeschossiger Baukörper dem Prinzip eines Mäanders, der sich nach Norden zum Platz und nach Süden zum Freiraum öffnet und so eine Verzahnung von Platz und Eingang sowie von Freiterrasse und Foyer herstellt. Die Preisrichter lobten ausdrücklich die Freizonen, die in den Stadtpark hineingezogen würden. Kritisch äußerten sich die Experten zur übergroßen Höhe des Stadthallensaals Insgesamt müsse das Konzept hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit überprüft werden.

Der Frankfurter Architekt Jo Franzke belegt mit seinem Modell den mit 25 000 Euro dotierten dritten Platz. Sein Modell dominiert ein achtgeschossiges Rathaus-Gebäude im Osten des Areals, an das sich in einer L-Form zweigeschossig die Stadthalle anschmiegt. Die kompakte Lösung, die eine wirtschaftliche Realisierung erwarten lasse, fand zwar Anklang bei den Preisrichtern. Allerdings kritisierten sie die kleinteilige Möblierung des Rathausplatzes, der diesen in seiner Nutzung stark einschränke. Die befestigte Fläche zum Westerbach hin widerspreche dem Renaturierungskonzept. Alle prämierten Entwürfe müssten noch detailliert ausgearbeitet werden und könnten in vorgelegter Form nicht realisiert werden, hob Speckhardt hervor.

Den ganzen Tag im Aufzug unterwegs

Bürgermeister Speckhardt gab zu, dass er einem Rathaus-Hochhaus wenig Sympathie abgewinnen könne, da die Mitarbeiter dann den ganzen Tag in den Aufzügen unterwegs seien. Sein Favorit sei der Zweitplazierte, aber die Entscheidung müssten die Stadtverordneten Mitte des nächsten Jahres treffen. Frühestens Mitte 2011 könne Baubeginn sein.

Die Bürger können sich alle Modelle – darunter auch fast utopisch anmutende Vorstellungen für Rathaus und Stadthalle – vom 19. Januar bis 4. Februar im Stadtverordnetensitzungssaal ansehen.

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