Die Hochglanzbroschüre verspricht „Ein Stück Zukunft mit Tradition“. So ist es auch kein Zufall, dass die einleitenden Worte des Werbeheftes auf jene beiden Unternehmensgründer Philipp und Balthasar Helfmann verweisen, die am Rande des früheren bäuerlichen Dorfes Eschborn im Jahr 1896 ihre erste Ziegelei errichteten und damit den Grundstein für den heute international operierenden Konzern Hochtief legten.
1973 wurde die erste Produktionsstätte zwar geschlossen, aber nun trägt ein gleichnamiger Gewerbepark, in dem seit dem Jahr 2000 Zug um Zug sieben Bürogebäude und ein Hotel entstehen, den Namen der Firmengründer. Und der Helfmann-Park entwickelt sich nach Angaben von Ivo Iven und Daniel Jäde, die das Projekt betreuen, zu einer Erfolgsgeschichte. Gegen den Trend sei im Helfmann-Park etwas gelungen, was für das gesamte Rhein-Main-Gebiet eine Seltenheit darstelle: Es gebe bis auf kleinere Flächen keinerlei Leerstände in den Bürogebäuden.
Vermarktung läuft gut
Die Entwicklung des 130.000 Quadratmeter großen Areals im Gewerbegebiet Ost habe sich zu einem der erfolgreichsten Vorhaben des Unternehmens in Deutschland entwickelt. In der optimalen Lage und dem „gewissen Reiz des Neuen“ sieht Eschborns Bürgermeister Wilhelm Speckhardt den Erfolg begründet. Die Gewerbesteuern, die von den Unternehmen im Helfmann-Park gezahlt würden, fielen spürbar ins Gewicht, sie seien sogar ein wesentlicher Anteil der jährlichen Gesamteinnahme, sagt der CDU-Politiker. Dass sich zuletzt American Express gegen den Standort in Eschborn entschieden habe, mit seiner Zentrale nun doch in Frankfurt bleibe, verbuchen Iven und Jäde nicht etwa als Rückschlag.
Die Vermarktung des nächsten geplanten Baus mit einer Investitionssumme von 40 bis 45 Millionen Euro laufe gut. Mehrere potentielle Mieter seien im Gespräch, so dass der Baubeginn schon für Herbst dieses Jahres terminiert sei. Ob der Neubau, der auf der Fläche des ehemaligen „SB Mode“-Gebäudes errichtet wird, dann tatsächlich die im Modell abgebildete Hufeisenform erhalten wird, ist dagegen noch offen. Alle Details würden mit den späteren Nutzern abgesprochen. Dazu zähle der individuelle, bedarfsgerechte Zuschnitt eines Gebäudes, was von den Kunden als großes Plus des Helfmann-Parks empfunden werde.
Bis 2010 sollen nach den Hochtief-Planungen die sieben Büroimmobilien plus Hotel stehen. Etwa 3500 bis 5000 Menschen werden dann im Helfmann-Park arbeiten. 215 Millionen sind bereits investiert worden – etwa die Hälfte der Gesamtsumme. Vier Gebäude und ein Hotel sind bereits vermietet. Der Helfmann-Park ist auch als Baustelle eine Job-Maschine: Bis zu 600 Menschen gleichzeitig waren in der Vergangenheit an den Bauarbeiten beteiligt.
Marktführer mit Expansionsdrang
Als das Mammutvorhaben vor den Toren Frankfurts vor sechs Jahren seinen Anfang genommen habe, hätten auch viele in der Baubranche den Kopf geschüttelt, erinnern sich Iven und Jäde. Man habe sich antizyklisch verhalten und in einer Zeit auf preiswerten Büroraum gesetzt, als in Frankfurt komplette Hochhäuser leer standen. Freilich gehöre auch ein wenig Glück dazu, mit der Compass Group, dem weltweit führenden Catering Unternehmen, sei ein Anker-Mieter gefunden worden, dessen Expansionsdrang ungebrochen sei. Vor zwei Jahren musste Hochtief sogar seine eigenen Büros im Helfmann-Park räumen, damit die Mitropa AG, eine Tochter von Compass, im Gewerbepark Platz fand. Zwei Jahre später heiße Mitropa nun SSP Deutschland und wolle den Umsatz verdreifachen, berichtet Iven. Es folgte die Etablierung von Eurohypo, Waters GmbH und dem Pharma-Dienstleister Accovion, St. Jude Medical, dem führenden Hersteller von Herzklappen. Zuletzt ging den Projektentwicklern ein weiterer großer Fisch ins Netz: Randstad, das führende Zeitarbeitsunternehmen, zog Mitte 2006 ins gerade fertiggestellte Trevista-Haus. 10.000 Quadratmeter Bürofläche belege Randstad schon – und die Zeichen stünden auch dort „weiter auf Zuwachs“, weiß Jäde.
Was zieht Marktführer mit Expansionsdrang in den Helfmann-Park? Da seien zum einen die niedrigen Mieten von rund 14 Euro je Quadratmeter zu nennen, die im krassen Gegensatz zu den Spitzenmieten von bis zu 36 Euro je Quadratmeter in der Frankfurter Innenstadt stünden. Auch die Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 280 Punkten biete angesichts immer noch 460 Punkten in der Mainmetropole in mancher Unternehmensetage ein durchschlagendes Argument. Dies allein aber mache den Erfolg des Helfmann-Parks nicht aus.
Denn auch in Eschborn gebe es mitunter Leerstände, wissen die beiden Projektentwickler. Der Helfmann-Park biete den Mitarbeitern mit einem S-Bahn-Anschluss samt Shuttlebus zum Arbeitsplatz besonderen Komfort. Dieses Angebot erwies sich Jäde zufolge als so erfolgreich, dass unterdessen ein zweiter Bus im Einsatz sei. Auch Fußgänger gelangten innerhalb von sieben Minuten von der Bahn ins Gewerbegebiet. Autofahrer, die ihr Fahrzeug in Tiefgaragen abstellen, kommen innerhalb von zwei Minuten ohne Staus auf die Autobahnen. Die Vorzeigekantine der Compass-Group stehe allen Arbeitnehmern im Helfmann-Park offen. Die zwei Mercure Hotels böten den Unternehmen bei Bedarf zusätzliche Konferenzräume und bezahlbare Quartiere für zu schulendes Personal oder auswärtige Gäste. Zudem könnten die Mitarbeiter nach ihrer Arbeit in den gegenüberliegenden Großmärkten einkaufen. Jäde schließt seine Aufzählung mit einem Wort, dass die Vorteile für die Mieter wohl treffend zusammenfasst: Der Helfmann-Park sei eben „autark“.

