Home
http://www.faz.net/-gzl-10437
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Eschborn Börse baut sich einen gläsernen Würfel

Nüchtern und transparent wird das neue Gebäude, das die Deutsche Börse sich an die Mergenthalerallee in Eschborn baut. Ende Oktober soll der Grundstein gelegt werden, bis 2010 soll das auf Umweltfreundlichkeit getrimmte Gebäude fertig sein.

© KSP Engel und Zimmermann Vergrößern „Atriumartig”: der geplante Neubau der Deutschen Börse in Eschborn

Fast hundert Meter soll er in den Himmel ragen, der Kubus aus Stahl und Glas, den die Deutsche Börse Gruppe im Sommer 2010 an der Mergenthaler Allee 61-71 in Eschborn beziehen will. Rund 2000 Büro-Arbeitsplätze sollen auf 20 Stockwerken verteilt entstehen. Insgesamt soll sich die Fläche auf circa 53.000 Quadratmetern belaufen, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens hieß. Die Grundsteinlegung ist für den Herbst angesetzt, für Ende Oktober oder Anfang November, wie ein Sprecher der Börse sagte.

Tim  Kanning Folgen:  

Das Gebäude wurde vom Frankfurter Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann entworfen, auf dessen Reißbrettern auch das Hochhaus des Palais Quartier an der Zeil entstanden ist. Jürgen Engel beschrieb den Börsen-Bau als „atriumartig“. Im Mittelteil sollten acht bis zehn Etagengärten – ähnlich denen im Frankfurter Commerzbank-Hochhaus – als Pausenräume für die Mitarbeiter eingerichtet werden. Auf dem Dach soll laut Engel ein offener Garten für repräsentative Zwecke entstehen. Das Haus solle zudem über ein Parkdeck und eine Tiefgerage verfügen.

Mehr zum Thema

Solarenergie und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

Die Börse hob in ihrer Mitteilung insbesondere die Umweltfreundlichkeit des neuen Gebäudes hervor. So würden etwa energiesparende Anlagen zur Wärmerückgewinnung eingesetzt, Solarenergie genutzt und Kälte mittels Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung erzeugt.

Als Projektentwickler zeichnet die Lang & Groß Projektentwicklung GmbH verantwortlich. Wie schon in ihrem Quartier in Hausen wird die Börse auch in Eschborn nur als Mieter in den Neubau einziehen. Er wurde aber nach Angaben des Sprechers weitgehend zusammen mit ihr entworfen. Wer letztlich Eigentümer des Gebäudes sein wird, wollte der Börsen-Sprecher nicht sagen. Von Lang & Groß war niemand für einen Kommentar zu erreichen.

Selten wurde um den Umzug eines Unternehmens so viel Aufhebens gemacht wie um den der Deutschen Börse von Frankfurt-Hausen nach Eschborn. Räumlich trennen die beiden Standorte nur fünf Kilometer, steuerlich beträgt der Unterschied für den Börsenbetreiber viele Millionen Euro. Das Gebäude wird somit nicht nur ein moderner Bürokomplex. Es wird auch für die Streitigkeiten zwischen der Stadt und ihrem Umland über Steuersätze, Kooperation und Konkurrenz stehen. Das Zeichen wird weithin zu sehen sein und dürfte ähnlich wie jetzt schon etwa das Arcor-Gebäude auch von den Eschborn umfließenden Autobahnen und Schnellstraßen von der wirtschaftlichen Prosperität der kleinen Stadt vor den Toren Frankfurts zeugen.

Erste Umzugsetappe abgeschlossen

Nachdem vor einigen Wochen bekannt geworden war, dass der relativ hohe Entwurf, der die an dieser Stelle erlaubte Bebauung von bis zu 22 Stockwerken fast vollständig ausnutzt, den Zuschlag bekommen hatte, hatten andere Architekten, die ebenfalls Vorschläge eingereicht hatten, sich darüber geärgert, da ihrer Ansicht nach die Börse zuvor ausdrücklich einen niedrigeren Bau gewünscht hatte. Der Börse-Sprecher wollte die Kontroverse gestern nicht kommentieren.

Die erste Etappe seines Umzugs hat der Börsenbetreiber bereits abgeschlossen. Etwa die Hälfte der knapp 2000 Mitarbeiter aus Hausen sind übergangsweise im ehemaligen Haus der Mode untergekommen, direkt neben der Baustelle. Die übrigen Mitarbeiter der Abteilungen Deutsche Börse Systems und Eurex sollen erst umziehen, wenn das neue Gebäude fertig ist. Frankfurt wird Sitz des Unternehmens bleiben, der traditionsreiche Handelssaal verbleibt im Gebäude der IHK am Börsenplatz.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Immobilien IVG verkauft Frankfurter Hochhaus Pollux

Der Großteil des Frankfurter Büro-Hochhauses Pollux steht leer. Jetzt wechselt das Gebäude den Besitzer. Mehr

16.09.2014, 11:35 Uhr | Wirtschaft
Start in die Mission Viertelfinal-Einzug

Jetzt wird es richtig ernst: Das deutsche Team reist aus dem WM-Quartier ab und bricht nach Porto Alegre zum WM-Achtelfinale gegen Algerien auf. Mehr

29.06.2014, 10:48 Uhr | Sport
Frankfurt Pokerspiele auf der Rennbahn

Golfer, Pferdetrainer, Rennklub: Alle, die für den DFB weichen müssen, wollen ihren Abschied möglichst teuer machen. Die Stadt Frankfurt steht unter Zeitdruck - und muss gut verhandeln. Mehr

12.09.2014, 15:30 Uhr | Rhein-Main
Michael Wollny Trio Weltentraum

Hörprobe: Engel Mehr

24.03.2014, 16:04 Uhr | Feuilleton
Frankfurt - die wachsende Stadt Der ambivalente Charme von Naturstein

Travertin statt Glas und Stahl: Neue Strömungen in der Architektur verändern wieder einmal das Gesicht der Stadt. Fragt sich nur, ob es diesmal von längerer Dauer sein wird. Mehr

15.09.2014, 13:00 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.08.2008, 08:17 Uhr

Wenigstens keine Vignette

Von Matthias Alexander

Hessens Ministerpräsident gehört zu den wenigen Spitzenpolitikern in der CDU, die die Automaut-Forderungen der CSU von Anfang an unterstützt haben. Er hat dabei glücklicherweise auf populistische Argumente verzichtet. Mehr 1