Home
http://www.faz.net/-gzl-qy2f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Energieversorgung Mainova will Gaspreis um 16 Prozent erhöhen

15.09.2005 ·  Die Mainova wird die Preise für Gas zum 1. Oktober voraussichtlich um rund 16 Prozent erhöhen. Wie zu hören ist, fordert die Geschäftsführung, aufgrund der gestiegenen Weltmarktpreise auch die Preise für Kleinverbraucher um 25 Prozent erhöhen zu dürfen.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Mainova wird die Preise für Gas zum 1. Oktober voraussichtlich um rund 16 Prozent erhöhen. Wie aus dem Römer zu hören ist, fordert die Mainova-Geschäftsführung, aufgrund der gestiegenen Weltmarktpreise für Gas auch die Preise für Kleinverbraucher um 25 Prozent erhöhen zu dürfen, um doch noch die für 2005 und für das erste Halbjahr 2006 kalkulierten Einnahmen zu erzielen. Daß die Erhöhung dennoch niedriger als 25 Prozent liegen wird, liegt am Kartellverfahren, das das hessisches Wirtschaftsministerium im Frühjahr angestrengt hatte. Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) hatte im Frühjahr von der Mainova eine Senkung der Preise um 7,72 Prozent verlangt, weil der Frankfurter Versorger schon länger um diesen Satz über dem Preis vergleichbarer Unternehmen lag.

Da Mainova, Stadt und Land sich offenbar intensiv abstimmen, werden die beiden gegenläufigen Forderungen in der nächsten Woche voraussichtlich miteinander verrechnet werden. Zieht man von der Erhöhung um 25 Prozent, die die Mainova wegen der Weltmarktpreise fordert, jene knapp acht Prozent ab, um die Rhiel den Mainova-Preis strukturell für überteuert hält, und addiert einen "politischen Abschlag", mit dem die Parteien im Römer bei den Bürgern punkten wollen, kommt man auf etwa 16 Prozent. Aus dem Wirtschaftsministerium verlautete am Mittwoch nur, daß das Kartellverfahren noch laufe.

Die Entwicklung der Gaspreise in Frankfurt hat schon deshalb eine politische Dimension, weil etliche Aufsichtsratsposten der Mainova mit Kommunalpolitikern besetzt sind, unter ihnen neben Kämmerer Horst Hemzal (CDU) auch Sozialdezernent Franz Frey (SPD) und Schuldezernentin Jutta Ebeling (Die Grünen). Die Mainova hatte eine Erhöhung der Preise um elf Prozent zum 1. August gefordert, doch der Magistrat hatte die unpopuläre Entscheidung vertagt. Ende August hatte die Mainova-Geschäftsführung wegen weiter gestiegenen Weltmarktpreisen sogar 25 Prozent angemeldet. Mit dem Gewinn der Mainova wird der öffentliche Nahverkehr subventioniert. (ale.)

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr