21.02.2006 · Umweltminister Wilhelm Dietzel hält den Bau eines neuen Kernkraftwerks in Hessen für möglich. Der Minister bekräftigte zudem die von Ministerpräsident Koch erhobene Forderung, die Betriebszeit von Biblis A zu verlängern.
Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) hält den Bau eines neuen Kernkraftwerks in Hessen für möglich. „Wir werden einen Standort in Hessen sicher nicht ausschließen“, sagte der Minister gestern im Landtag.
Die Frage des Grünen-Abgeordneten Frank Kaufmann, wo genau ein Kraftwerk denn errichtet werden könne, ließ Dietzel jedoch unbeantwortet. Darüber sei erst zu diskutieren, wenn die Energieindustrie einen Antrag gestellt habe. Ein solches Begehren würde die Landesregierung im übrigen unterstützen, stellte Dietzel klar.
Standortfrage
Der Minister bekräftigte zudem die von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erhobene Forderung, die Betriebszeit von Biblis A, das im Jahr 2008 vom Netz gehen soll, zu verlängern. Angesichts steigender Energiepreise und des Konflikts um die Gaslieferungen aus Rußland wachse in der Bevölkerung die Erkenntnis, daß man auf sauberen, preiswerten und sicheren Strom nicht mutwillig verzichten sollte. In Ländern wie Finnland, Frankreich, Kanada, Litauen und Polen sei der Bau neuer Atomkraftwerke daher längst ein Thema.
Die Grünen forderten im Anschluß an die Sitzung, Dietzel möge den Bürgern „reinen Wein einschenken“ und sagen, ob er Trebur, Leeheim oder den Kreis Waldeck-Frankenberg als Standort für geeignet halte - für all diese Regionen habe es bereits einmal Überlegungen gegeben.