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Eine Straftat nicht verjährt Missbrauch an Odenwaldschule womöglich vor Gericht

31.05.2010 ·  In vielen Fällen ist der sexuelle Missbrauch an der Odenwaldschule aus strafrechtlicher Sicht verjährt - in einem Fall aber nicht, wie die frühere Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt sagt. Die Ankläger in Darmstadt kündigen Gespräche mit dem Opfer an.

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Der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule könnte ein gerichtliches Nachspiel haben. In einem Fall sei die Straftat noch nicht verjährt, sagte Brigitte Tilmann und bestätigte Informationen der „Berliner Zeitung“. Details könnten mit Rücksicht auf das Opfer nicht genannt werden. Die frühere Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt erstellt zusammen mit der Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller im Auftrag des für seine Reformpädagogik bekannten Eliteinternats einen Bericht über das Ausmaß der Übergriffe.

Knapp drei Monate nach dem erneuten Bekanntwerden des Skandals sucht die Schule im südhessischen Heppenheim mit einem neuen Vorstand einen Neuanfang. Erste Ergebnisse des Berichts waren am Wochenende vorgestellt worden. Demnach gab es von Ende der sechziger bis Anfang der neunziger Jahre etwa 50 missbrauchte Schüler. Unter den mutmaßlichen Tätern befänden sich auch Frauen. Opfer seien von der Schulleitung und sogar von ihren Eltern nicht ernst genommen worden.

„Dazu sind noch Gespräche mit dem Opfer zu führen“

In dem Bericht heißt es: „Alle potenziellen Beschuldigten können jetzt schon einmal für sich ihre Lebenslügen und ihre Fehler Revue passieren lassen und sich mit der Möglichkeit von Strafverfolgung auseinandersetzen.“ Es werde aber niemand beschuldigt, der noch aktuell an der Odenwaldschule tätig ist. Im September soll eine abschließende Fassung vorliegen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt sagte, der neue Fall sei noch nicht bekannt. „Dazu sind noch Gespräche mit dem Opfer zu führen“, sagte Tilmann. In dem Bericht heißt es, eine Weitergabe der Daten an die Staatsanwaltschaft erfolge nicht automatisch.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs ehemalige Lehrer und einen früheren Schüler. Zu den Verdächtigen gehört auch Gerold Becker, der von 1969 bis 1985 Mitarbeiter und auch Leiter der Schule war. Er hat sich für die Übergriffe entschuldigt. Wie es in den sieben Fällen mit der Verjährung aussieht, könne „noch nicht abschließend beurteilt“ werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein könnten, sei noch offen.

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