22.05.2005 · Bei der Celanese-Hauptversammlung wurde der umstrittene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Finanzinvestor Blackstone abgesegnet. Der zweitgrößte Aktionär Paulson & Co stimmte aber offenbar dagegen.
Offenbar gegen den Widerstand des zweitgrößten Aktionärs Paulson & Co haben die Anteilseigner der Celanese AG den umstrittenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem amerikanischen Finanzinvestor Blackstone abgesegnet.
Wie ein Sprecher der Chemiegesellschaft mit Sitz in Kronberg bei Frankfurt am Samstag sagte, bestätigten die Anteilseigner am Ende der Hauptversammlung mit mehr als 86 Prozent der Stimmen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung 2004 zu dem Vertrag. Auch der Vorstand und der Aufsichtsrat seien mit dieser Prozentzahl entlastet worden. Die Hauptversammlung ging nach zwei Tagen Dauer erst kurz vor Mitternacht von Freitag auf Samstag zu Ende.
Weiter Forderungen nach einem deutlich höheren Abfindungsangebot
Vor Beginn des Aktionärstreffens hatte der mit 11,4 Prozent zweitgrößte Celanese-Aktionär, der amerikanische Investor Paulson & Co, angekündigt, den Beherrschungsertrag nur bei einem deutlich höheren Abfindungsangebot an die Minderheitsaktionäre annehmen zu wollen.
Die Investmentgesellschaft Blackstone hatte 2004 mehr als 84 Prozent der Celanese AG erworben. Den Minderheitsaktionären wurden im Rahmen des Beherrschungsvertrages 41,92 Euro je Aktie geboten. Gegen die Höhe der Abfindung ist ein Spruchverfahren anhängig. Paulson & Co fordert eine deutlich höhere Abfindung von mindestens 72,86 Euro. Mit seinem Anteilspaket könnte der amerikanische Investor eine Zwangsabfindung (Squeeze Out) blockieren.
Blackstone will das deutsche Unternehmen ganz von der Börse nehmen. Nach der Übernahme der Celanese AG durch den Investor wurde das Chemieunternehmen völlig neu aufgestellt. Es fungiert inzwischen vor allem als Dachgesellschaft für das Europageschäft des in Dallas ansässigen Mutterkonzerns Celanese Corp, der seit Januar in New York an der Börse ist.