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„Birke besonders aggressiv“ Kräftiger Pollenflug plagt Allergiker

17.04.2009 ·  Bäume und Gräser blühen – und die Praxen der Allergologen sind voll. „Jeden Tag kommen etwa 30 Patienten mit Heuschnupfen zu mir“, sagt ein Facharzt aus Frankfurt. Dieses Jahr ist der Pollenflug besonders stark.

Von Mona Jaeger
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Bäume und Gräser blühen – und die Praxen der Allergologen sind voll. „Jeden Tag kommen etwa 30 Patienten mit Heuschnupfen zu mir“, sagt ein Facharzt aus Frankfurt. Im Gegensatz zu den Vorjahren sei dieses Jahr der Pollenflug besonders heftig. Schuld daran ist der überdurchschnittlich warme April. Gehörte der vergangene Winter noch zu den besonders kalten, ließ die Sonne jetzt alles sehr schnell wachsen und blühen. Für die Entwicklung, die die Natur in den vergangenen drei Wochen durchgemacht habe, brauche sie sonst fünf Wochen, heißt es vom Deutschen Wetterdienst. „Zudem gab es in den letzten Tagen kaum Regen, dafür aber Wind. Das sind für Pollen optimale Bedingungen“, sagt der Arzt.

Vor allem für die Pollen der Birke. Der Baum hat besonders starke Allergene und löst somit heftigen Heuschnupfen aus. In den vergangenen Tagen haben fast alle Birken begonnen zu blühen. „Dadurch sind auch viel mehr Menschen vom Heuschnupfen betroffen als in den Jahren zuvor“, sagt Christina Smaczny, Oberärztin für Pneumologie am Frankfurter Uniklinikum. Das kann der Allergologe bestätigen: „Die Birke ist dieses Jahr besonders aggressiv. Viele Patienten hatten über mehrere Jahre keine Probleme mit den Pollen. In diesem Frühling haben sie aber wieder damit zu kämpfen.“ Einige von ihnen unterschätzten die Symptome. „Irgendwann schlägt die Allergie dann auf die Bronchien, und es kann zu Asthma kommen.“ Die meisten seiner Heuschnupfenpatienten behandelt der Facharzt auch weiterhin mit Kortison.

90 Prozent aller Allergiker reagieren auf Birke

In Deutschland gibt es rund 100 Pflanzenarten, die Heuschnupfen auslösen können. 90 Prozent aller Allergiker reagieren auf Birke, Haselnuss, Erle und Gräser. Zwar ist der Frühling die Hochsaison für die Pollen. Im Januar gibt es aber schon die ersten Frühblüher, wie zum Beispiel Haselnuss und Erle, die Heuschnupfen auslösen können. Ende März blühen die Birken, danach kommen die Gräser. An einen solchen Pollenflugkalender könne man sich aber im Moment wegen des überraschend warmen Wetters nur bedingt halten, sagt Smaczny. „Es blüht fast alles gleichzeitig. Da ist für jeden Allergiker etwas dabei.“ Viele ihrer Patienten hätten im eigenen Vorgarten Birken stehen.

Die Techniker-Krankenkasse schätzt, dass jeder vierte bis fünfte Erwachsene an Heuschnupfen leidet. Er wird durch eine Überempfindlichkeit des körpereigenen Abwehrsystems gegenüber Blütenpollen und Pilzsporen hervorgerufen. Dass der Körper auf fremde und möglicherweise gefährliche Stoffe reagiert, ist im Grunde sehr wichtig. Bei Allergikern fällt diese Abwehr aber zu heftig aus, denn ihr Körper kämpft mit Niesen und Husten gegen die ungefährlichen Pollen, die nur feinste Körnchen des Blütenstaubs sind.

Der Frankfurter Facharzt erwartet, dass die Birke noch etwa zwei Wochen blühen wird. „Danach ist für die Patienten das Schlimmste vorbei.“

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