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Bildung Wolff will Fonds für Vertretungslehrer

17.10.2006 ·  Kultusministerin Karin Wolff bessert die „Unterrichtsgarantie plus“ nach. Künftig sollen mit Geldern aus „Solidaritätsfonds“ Vertretungskräfte bezahlt werden, wenn den Schulen die Finanzmittel ausgehen.

Von Lisa Uphoff
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Kultusministerin Karin Wolff (CDU) will die „Unterrichtsgarantie plus“ nach eigenen Worten mit „Feintuning“ weiter verbessern. So werde es von 2007 an einen „Solidaritätsfonds“ für Schulen geben, die den Stundenausfall nicht aus eigener Kraft bewältigen können, wie etwa kleine Grundschulen. Statt der angekündigten 1000 Euro je Lehrerstelle und Jahr zum Aufbau eines Vertretungspools erhalten die Schulen daher künftig nur 900 Euro, wie Wolff in Wiesbaden sagte.

100 Euro gehen in den Fonds, der vom jeweiligen staatlichen Schulamt verwaltet wird. Insgesamt habe sich die „Unterrichtsgarantie“ bisher bewährt. Seit Beginn des Projekts nach den Sommerferien habe es nur rund 70 Beschwerden gegeben. Jochen Nagel, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), kritisierte, „daß die Ministerin nicht Wort hält und das Geld für die Schulen beschneidet“. Die Grünen im Landtag äußerten, es gebe „gravierende Probleme“ mit dem Programm. Ein „Gesundbeten“ der Lage werde nicht helfen, so der bildungspolitische Sprecher Mathias Wagner.

Meldungen über „gravierenden“ Unterrichtsausfall

Sie sei selbst überrascht, „daß es besser läuft als erhofft“, sagte hingegen Wolff. Für die bevorstehende erste Grippewelle seien die Schulen gut gerüstet. „Was jetzt noch ausfällt, kann ich an den Fingern einer Hand abzählen.“ Bisher seien rund 25.000 Stunden je Woche in Hessen vor allem wegen kurzfristiger Erkrankung von Lehrern ausgefallen. Zudem seien rund 70 Prozent aller Vertretungskräfte Lehrer, auch die restlichen 30 Prozent hätten meist studiert oder eine fundierte Ausbildung genossen. Auch ein Handwerksmeister könne sinnvolle Vertretungsstunden geben und die Grundregeln für Bewerbungen besprechen. Es gebe eine „bunte, hochproduktive Mischung qualifizierter Vertretungskräfte“, so Wolff. Vier dieser Aushilfen stellte die Ministerin exemplarisch vor. Kritiker wie die GEW hatten vor einer „Deprofessionalisierung des Lehrerberufs“ und vor Laien in der Schule gewarnt.

Außer dem Solidaritätsfonds soll es noch weitere Verbesserungen des Projektes geben. Eine Arbeitsgruppe sucht Lösungen für die inzwischen Förderschulen genannten Sonderschulen; zudem soll der bürokratische Aufwand für einen Vertretungsvertrag deutlich reduziert werden.

Die Opposition im Landtag und die GEW bekräftigten gestern ihre Kritik an dem Programm. Es gebe keine Unterrichtsgarantie, keine „Unterrichtsgarantie plus“ und noch nicht einmal eine Betreuungsgarantie, sagte Nagel. Statt die Ausgaben für professionelle Kräfte, also Lehrer, zu erhöhen, gebe es unter dem Deckmantel der Solidarität jetzt sogar wieder Kürzungen. Die Grünen teilten zudem mit, ihnen lägen aus 12 von 15 Schulamtsbezirken Meldungen über „zum Teil gravierenden“ Unterrichtsausfall vor. Auch ein Sprecher der FDP sagte, „die sogenannte Unterrichtsgarantie plus im Sinne von Fachvertretungsunterricht funktioniert nicht und läßt sich auch nicht herbeireden“. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Walter forderte, nur ausgebildete Lehrer sollten erkrankte Kollegen vertreten. Als „zusätzliche Assistenzkräfte neben den aktiven Lehrern“ seien engagierte Helfer, etwa Lehramtsstudenten, „in unseren Schulen hoch willkommen, nicht jedoch als Lehrerersatz“.

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