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Bierkonsum Arme Schlucker

22.04.2006 ·  Am Sonntag feiern die Bierbrauer den Tag des deutschen Bieres. Zu feiern gibt es aber eigentlich nicht so sehr viel, weil der Biermarkt seit Jahren schrumpft.

Von Jochen Remmert
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Am Sonntag jährt sich zum 490. Mal der Tag, an dem das deutsche Reinheitsgebot proklamiert wurde. Als Tag des deutschen Bieres feiert die Brauwirtschaft den 23. April aber erst seit zwölf Jahren - an diesem Wochenende unter anderem im Hessenpark. Zu feiern gibt es derzeit eigentlich nicht viel, weil der Biermarkt seit Jahren schrumpft.

Die Rhein-Main-Region beherbergt mit der Radeberger-Gruppe einen der ganz großen Vertreter auf dem deutschen Biermarkt. Mit regional etablierten Marken wie Binding und überregional beworbenen Bieren wie Radeberger bildet das Sortiment der Gruppe die aktuelle Entwicklung des deutschen Biermarkts ab: Hier der Trend zum Regionalen, dort die nach wie vor ertragswichtigen strategischen Marken, die überregional beworben werden.

Biersteuer als Meßgröße

Die Radeberger-Gruppe beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter - rund 500 davon in Frankfurt - und ist mit Abstand der größte Arbeitgeber der Branche in Deutschland. Sie ist aber nicht das einzige wichtige Unternehmen der Branche im Rhein-Main-Gebiet - der hessische Marktführer Licher sowie Glaabsbräu und Pfungstädter sind ebenfalls dazu zu zählen. Wenn die Bierbrauer nun feiern, dann tun sie das trotz, nicht wegen der guten Entwicklung.

Zwar trinken in Europa nur die Tschechen und Iren noch mehr Bier als die Deutschen. Im Verlauf der vergangenen 15 Jahre ist hier der Konsum aber von 142 Liter je Einwohner und Jahr auf 115 Liter geschrumpft. Daran haben auch die für jüngere Leute gedachte Bier-Mix-Getränke nichts geändert. Wie hoch der Verbrauch in Hessen ist, läßt sich nicht sagen, meint der Deutsche Brauer-Bund. Der Grund: die einzige statistische Meßgröße für den Konsum ist die Biersteuer. Und die wird erhoben, wenn ein Bier die Brauerei verläßt - nicht, wo es getrunken wird.

Zur Flasche greifen

Als sicher darf gelten, daß in Hessen bei dem im Einzelhandel und in Abholmärkten verkauften Bier der Marktanteil der Sorte Pils bei gut 69 Prozent liegt, der für Export bei elf Prozent, gefolgt vom Weizenbier mit 9,3 Prozent. Biertrinker sind meistens 35 bis 45 Jahre alt und männlichen Geschlechts, sagt die Statistik. Nach der Einführung von milden, sogenannten Gold-Bieren greifen nun auch wieder die um die 20 Jahre alten Deutschen öfter zur Bierflasche.

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