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Dienstag, 18. Juni 2013
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Bahnverkehr in Mittelhessen Längere Fahrzeiten, kürzere Fahrzeiten

 ·  Im Regionalverkehr in Mittelhessen und der Wetterau gibt es zum Fahrplanwechsel Änderungen. Die Bahn will die Fernzüge schneller machen.

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Das neue Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn AG ist für die Zugreisenden aus Mittelhessen und der Wetterau mit Vor- und Nachteilen verbunden. Eine neue Fernverbindung, kürzere Reisezeiten für Fahrten von und nach Norddeutschland oder zusätzliche Halte auf Regionalbahnhöfen zählen zu den Verbesserungen, die der Fahrplanwechsel am 13. Dezember mit sich bringt. Längere Fahrzeiten auf einigen Streckenabschnitten, geänderte Zeitlagen von Regionalzügen und Stationen, die als Haltepunkte entfallen, sind die Schattenseiten des neuen Fahrplans. Die wesentlichen Veränderungen hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gemeinsam mit der Deutschen Bahn und kommunalen Verkehrsgesellschaften vorgestellt.

Auslöser für die vielen Veränderungen auf dem regionalen Schienennetz ist das Konzept der Bahn, die Intercity-Verbindungen attraktiver zu gestalten. Insbesondere die Nord-Süd-Achse soll davon profitieren. So sind die IC-Züge der Linie 26 von Stralsund über Hamburg und Hannover nach Frankfurt und Karlsruhe künftig deutlich schneller unterwegs. Zwischen Hannover und Göttingen wird diese Linie auf der Schnelltrasse geführt. Das bedeutet auf dem Abschnitt bis Frankfurt einen Zeitgewinn von 30 Minuten.

Einschnitte für Kunden des Mittelhessen-Express

Die Bahn verspricht sich davon nach den Worten von Stefan Schubert vom Fahrplanmanagement der DB Fernverkehr bessere Auslastungen der Intercity-Züge und Entlastung der stark frequentierten ICE-Verbindung Hamburg-Basel. Für die Neuordnung des Bahnverkehrs in Mittelhessen sorgt zudem eine neueingerichtete Eurocity-Verbindung, die von Siegen über Wetzlar, Gießen und Frankfurt nach München und Klagenfurt führt. Nach Angaben des Bahn-Sprechers sollen davon auch Pendler ins Rhein-Main-Gebiet profitieren.

Für RMV-Kunden jedoch, die im Mittelhessen-Express reisen, ist das mit Einschnitten verbunden. Dieser Zug muss künftig zweistündlich zu den geraden Stunden auf dem Weg nach Frankfurt in Gießen den Fernzügen den Vortritt lassen. Der Mittelhessen-Express rutscht nach den Worten von RMV-Sprecher Peter Vollmer alle zwei Stunden in den bisherigen Fahrplan der Regionalbahn. Somit hält der Mittelhessen-Express auch in Großen-Linden, Langgöns, Kirch-Göns, Ostheim und Bad Vilbel. Diese Ortschaften im Gießener Umland und in der Wetterau sind damit künftig ohne Umsteigen von Dillenburg und Marburg zu erreichen. Das geht allerdings auf Kosten der Fahrtzeit: Der Mittelhessen-Express ist künftig alle zwei Stunden 20 Minuten länger unterwegs. Das gilt auch für die umgekehrte Richtung aus Frankfurt.

Auswirkungen hat das Konstrukt auch auf die schnelleren Regionalexpress-Züge der RMV-Linie 40, die von Siegen durch den westlichen Teil Mittelhessens und die Wetterau nach Frankfurt fahren. Sie fahren künftig alle zwei Stunden in der Zeitlage, in der bisher der Intercity unterwegs ist. Der Regionalexpress muss sich also auf dem Abschnitt der Main-Weser-Bahn dem IC-Takt anpassen - mit der Folge, dass die Stopps in Großen-Linden, Langgöns und Bad Nauheim entfallen. Für Zusteiger in Haiger, Dillenburg, Herborn, Wetzlar und Gießen verkürzt sich dafür die Fahrtzeit nach Frankfurt um bis zu 20 Minuten. Das gilt auch für die Gegenrichtung. Von Gießen erhält dieser Regionalexpress künftig bessere Anschlüsse Richtung Marburg und Nordhessen.

Verlängerter Stopp für S-Bahn in Nieder-Wöllstadt

Geringere Konsequenzen hat die Verlegung des Regionalexpress für die S-Bahnlinie 6, die zwischen Friedberg und Frankfurt verkehrt. Die S-Bahnen müssen alle zwei Stunden im Bahnhof Nieder-Wöllstadt einen um einige Minuten verlängerten Stopp einlegen, um den Regionalexpress vorbeizulassen. Nach Angaben des RMV ist dies nur für das Fahrplanjahr 2010 vorgesehen. Was sich auf den Hauptschienenwegen tut, hat auch Folgen für die Anschlussverbindungen. So müssen sich die Takte der Lahntalbahn von Gießen nach Koblenz und der Horlofftalbahn von Friedberg nach Wölfersheim und Nidda den neuen Fahrplänen auf der Main-Weser-Bahn anpassen.

Zu anderen Zeiten fahren beispielsweise die durchgehenden Züge der Horlofftalbahn von Nidda über Friedberg nach Frankfurt zur Hauptpendlerzeit morgens und nachmittags. Fahrplanänderungen gibt es zudem auf der Niddertalbahn zwischen Stockheim und Bad Vilbel mit neuen Anschlüssen nach und von Frankfurt. Auf der Landesbahnlinie Friedberg-Hanau startet der Mittagszug schon in Bad Nauheim. Damit will man vor allem dem Wunsch vieler Schüler Rechnung tragen.

Informationen beim RMV unter der Rufnummer 0 18 05/7 68 46 36, Fahrplanauskunft unter www.rmv.de.

Quelle: F.A.Z.
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Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

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