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Bäume knicken um Odenwald versinkt im Schnee

02.02.2010 ·  Solche Schneemassen hat der Odenwald schon lange nicht mehr erlebt. „Ich wohne seit 25 Jahren hier“, sagt Bärbel Westmann aus Lindenfels. „Aber so viel und so lange, das war noch nie“, schildert die 65 Jahre alte Frau. Der Buslinien-Verkehr musste fast ganz eingestellt werden.

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Solche Schneemassen hat der Odenwald schon lange nicht mehr erlebt. „Ich wohne seit 25 Jahren hier“, sagt Bärbel Westmann aus Lindenfels. „Aber so viel und so lange, das war noch nie“, schildert die 65 Jahre alte Frau. Die weiße Pracht macht aber auch Probleme. Der Buslinien-Verkehr musste fast ganz eingestellt werden, die Schule fällt auch am Mittwoch noch aus. Hallendächer wurden wegen Einsturzgefahr von ihrer Schneelast befreit.

In den höheren Regionen liegen gut 70 Zentimeter Schnee. Räumdienste haben ihn oft meterhoch aufgetürmt. Am Nachmittag fielen schon wieder Flocken vom Himmel - der Deutsche Wetterdienst sagte ergiebige Schneefälle voraus. „Die angekündigten Windböen machen mir am meisten Sorgen“, sagt Karl Reinhard Wissmüller aus Michelstadt. Der Chef eines Omnibusunternehmens weiß, welche Gefahren da lauern. „Dann knicken die Bäume unter ihrer Schneelast ein wie Streichhölzer.“ Am Dienstag war deswegen die Bundesstraße 45 zwischen Beerfelden und Erbach stundenlang gesperrt.

Aufgaben per Email verschickt

Dass seine Fahrer wegen der Schneemassen weniger unterwegs sein können, ist für Wissmüller halb so schlimm. „Viele helfen mit, den Schnee an Haltestellen und am Betriebshof wegzuräumen. Nur der eine oder andere hat sich einen halben Tag frei genommen.“

Nicht nur begeistert ist auch Miriam Wandrey aus Michelstadt. Die Schülerin der 13. Klasse hat zwar schulfrei, will aber trotzdem lernen. „Ich stehe kurz vor dem Abitur, in sechs Wochen geht es mit den Prüfungen los“, sagt die 18-Jährige, die das berufliche Gymnasium besucht. Damit die Schüler nicht so viel verpassen, hat die Lehrerin des Leistungskurses Wirtschaft Aufgaben per Email verschickt. „So richtig schulfrei habe ich also nicht.“ Wenigstens am Nachmittag wollte sie sich aber noch mit Freunden treffen - „wenn das Wetter es zulässt“, sagt sie. „Hier sind ja überall Schneemassen. Die ganze Nacht hat es geschneit. Es ist schon ein bisschen chaosmäßig.“

Ähnlich geht es auch den Lehrern an der Carl-Weyprecht-Schule in Bad König. Rund 650 Schüler brauchten nicht zu kommen. „Viele Lehrer haben ein lachendes und ein weinendes Auge“, schildert der stellvertretende Schulleiter Dirk Konrad. „Einige Kollegen ärgern sich und sagen, sie müssten noch viel vorbereiten. Es ist ja auch bald Fasching. Da fällt wieder Unterricht aus.“ Einige Lehrer seien in die Schule gekommen, andere zu Hause geblieben.

„Zahl der Verkehrsunfälle hat sich sehr im Rahmen gehalten“

„Unterrichtsfreie Zeit bedeutet für einen Lehrer nicht automatisch arbeitsfreie Zeit“, klärt Frida Bordon vom Schulamt in Heppenheim auf. „Er verbringt ja sowieso einen Teil seiner Arbeitszeit zu Hause.“

Einen Lichtblick gibt es allerdings: „Die Zahl der Verkehrsunfälle hat sich sehr im Rahmen gehalten“, sagt Polizeihauptkommissar Rainer Martens aus Erbach. „Es ist überdurchschnittlich ruhig.“ Ihm sind allerdings die langen und spitzen Eiszapfen aufgefallen, die an den Dächern hängen, bei Tauwetter abfallen und dann gefährlich werden können. „Der Winter ist da. Er geht auch wieder. Die Frage ist nur: Wie?“

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