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Bad Soden Thermal-Solebad steht vor dem Aus

02.01.2009 ·  Die in der Sodenia-Therme angesiedelte erste koreanische Sauna Europas sollte Asiaten aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bad Soden locken. Zum 1. März schließen Therme und Sauna endgültig die Pforten.

Von Heike Lattka
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Was die Bürger Bad Sodens am Montag in dicken Lettern an der Eingangstür der Sodenia-Therme lesen werden, steht schon seit 23. Dezember fest. Das einzige Sole-Bad im Main-Taunus-Kreis und die dort etablierte koreanische Sauna schließen zum 1. März endgültig die Pforten. Dies vereinbarten Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) und die Vertreter der Schwimmbad-Kommission mit Geschäftsführer Unha Cho.

Die Entscheidung kommt nicht von ungefähr. Schon seit einiger Zeit ist von einer nur schleppenden Zahlungsmoral der vier koreanischen Unternehmer die Rede, die sich auf Empfehlung der Rhein-Main Wirtschaftsförderung als Investoren mit eigenem Konzept für die damals von sofortiger Schließung bedrohten Anlage engagiert hatten. Unterdessen sollen allein bei Stadt unbezahlte Abwasser- und Wassergebühren in Höhe von rund 300.000 Euro aufgelaufen sein.

Schleppende Zahlungen

Die konkrete Summe wollte Altenkamp am Freitag auf Anfrage zwar nicht bestätigen. Er sprach vielmehr von unregelmäßigen, schleppenden Zahlungen während der vergangenen zweieinhalb Jahre des Betriebs. Immer wieder habe die Stadt ein Auge zugedrückt, um der Geschäftsidee eine Entwicklungschance zu geben. Doch nun sei ein Endpunkt erreicht, weshalb die Stadt ihrerseits nun einen Schlussstrich gezogen habe. Eine sofortige Schließung kommt Altenkamp zufolge nur deshalb nicht in Frage, weil die koreanischen Betreiber in der Vorweihnachtszeit noch mit einer Rabattaktion Eintrittskarten verkauft hätten. Den Erwerbern dieser Tickets werde nun Gelegenheit gegeben, Therme und Sauna noch in den nächsten zwei Monaten zu benutzen.

Die Stadt ist offenbar nicht der einige Gläubiger: Zahlungsschwierigkeiten der Thermen-Betreiber bestätigte am Freitag auf Anfrage ebenso Jutta Hartke, Sprecherin des Energieversorgers Süwag. Der Energiekonzern habe deshalb mit dem zahlungssäumigen Unternehmen schon vor einem Jahr Ratenzahlung vereinbart. Die Rechnungen würden aber weiterhin „schleppend und oftmals auf den letzten Drücker“ beglichen. Ob die Süwag dieses Gebaren noch länger akzeptiert, ließ Hartke offen.

Von platzenden Traum seiner koreanischen Sauna, die mit heilenden Wänden und Eibenkraut-Düften Besucher anlocken wollte, will Geschäftsführer Cho immer noch nichts wissen. Die Saunalandschaft öffne am Montag ganz normal nach der Weihnachtspause wieder, hob er hervor. Bis zum März hätten die vier koreanischen Investoren Gelegenheit, einen finanzstarken Partner zu finden, der vielleicht helfen solle, die Therme in ein Fitnesscenter umzubauen, sagte Cho. Denn das Traditionsbad mit der veralteten Technik rechne sich nicht.

Therme gilt als Energiefresser

Diese Einschätzung wird nicht einmal im Rathaus bestritten. Die Therme mit ihrer veralteten Technik und maroden Leitungen gilt als großer Energiefresser. Rund 350.000 Euro habe man jährlich zuschießen müssen, als das Bad noch in städtischer Eigenregie betrieben worden sei, erinnert Altenkamp. Er verwies darauf, dass die Therme schließlich schon einmal vor ihrer Schließung stand, es allein durch die Koreaner gelungen sei, das Bad offen zu halten. Die Verpachtung sei unterm Strich für die Stadt deshalb trotz der aufgelaufenen Verbindlichkeiten immer noch die bessere Lösung gewesen.

Und wie sieht die Zukunft der 1972 erbauten Therme aus? Dabei werde auch die Erbengemeinschaft Dr. Hermann, Nachfahren einer alten Frankfurter Patrizierfamilie, ein Wörtchen mitzureden haben, erläuterte Altenkamp. Diese haben der Stadt Bad Soden 1979 das Thermengebäude verkauft, sich vertraglich aber ein Vorkaufs- und Ankaufsrecht auf die Immobilie gesichert. Ein Verkauf der Therme zu einem Euro war an dieser Klausel zuletzt gescheitert. Das Vertragskonstrukt erschwere schnelle Lösungen, sagte Altenkamp. Eine Wiedereröffnung unter städtischer Regie schloss der Bürgermeister allerdings aus: Schließlich gelte der Stadtverordnetenbeschluss, nach dem die Therme Ende 2007 geschlossen werden sollte, noch immer. Eine Zukunft des Bades als Fitnessstudio hält Altenkamp für gar keine schlechte Idee – allerdings müsse ein Interessent dann zunächst einmal Geld in die Hand nehmen, um die Beckenlandschaft umzubauen.

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Jahrgang 1960, Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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