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Bad Soden Christen kritisieren Pläne für buddhistisches Hospiz

10.09.2008 ·  Die beiden christlichen Kirchen kritisieren die Pläne für den Bau eines Hospizes unter dem buddhistischen Namen „Kunto Sangmo“ und fragen sich, warum Kreis und Main-Taunus-Kliniken keine christliche Sterbebegleitung für unterstützenswert halten.

Von Heike Lattka
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Die Pläne für den Bau eines Hospizes unter dem buddhistischen Namen „Kunto Sangmo“ durch den Frankfurter Verein Lebens- und Sterbepraxis ist auf die Kritik der beiden großen christlichen Kirchen gestoßen. In einem gemeinsamen Schreiben haben Andreas Unfried, katholischer Dekan für den Main-Taunus-Kreis im Bistum Limburg, und der evangelische Dekan Eberhard Kühn eine einseitige Parteinahme für das Konzept des Frankfurter Vereins beklagt. Die Kirchenvertreter fragen, warum der Kreis und die Main-Taunus-Kliniken eine christliche Sterbebegleitung nicht in gleicher Weise für unterstützenswert hielten.

Landrat Berthold Gall und Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp (beide CDU) weisen die Vorwürfe zurück. „Wir sind kein Kirchenstaat“, so Gall. Für ihn seien alle gleich – egal, ob Jude, Muslim, Christ, Atheist oder Buddhist.

Der christlich geprägte Hospizverein Lebensbrücke strebt ebenfalls den Bau eines Zwölf-Betten-Hospizes für 1,2 Millionen Euro in Flörsheim an und erhofft sich für das Vorhaben eine finanzielle Unterstützung durch den Kreis. Da die Arbeiterwohlfahrt parallel in Liederbach Hospizplätze plant, entstünde im Falle der Verwirklichung des buddhistisch geprägten Projekts ein Überangebot. Denn der Frankfurter Verein, der ein Jahr lang nach einem Areal für das stationäre Hospiz für acht bis zehn Sterbende im Rhein-Main-Gebiet gesucht hat, hat die Baufläche nun in Bad Soden gefunden. Nach Angaben der Vereinsvorsitzenden Dorothea Mihm wird das Haus Angehörigen aller Religionen offenstehen. Außer der herkömmlichen Medizin sollen auch alternative Heilmethoden wie autogenes Training angewendet werden. Grundlage für den Umgang mit den Bewohnern seien auch die im „tibetanischen Totenbuch“ enthaltenen Weisheiten, so Mihm. Das ideell vom tibetischen Oberhaupt Dalai Lama unterstützte Projekt, das spirituell von dem Abt Thich Thien Son des vietnamesischen Klosters Phat Hue an der Hanauer Landstraße in Frankfurt geleitet werden soll, wird nach einem Beschluss des Sodener Magistrats auf dem Areal „Kleiner Hetzel“ realisiert.

Neubau in Form eines Kleeblattes

Altenkamp zufolge ermöglicht ein Mäzen aus Dankbarkeit für die Pflege seiner Mutter den Neubau in Form eines Kleeblattes. Es sei noch nicht klar, ob der Verein das Grundstück kaufen oder pachten werde. Eine Bewertung durch den Gutachterausschuss stehe aus. Die von den Kirchendekanen entfachte Diskussion kann Altenkamp nicht nachvollziehen: Eine Bevorzugung könne er nicht erkennen, da der Frankfurter Verein keine Zuschüsse erhalte. Letztlich entscheide jeder Sterbende selbst, wie und wo er seinen letzten Weg antrete. Er sei Katholik, die Äußerungen der Dekane empfinde er dennoch als „kleinkariert“.

Im Schreiben der Kirchenvertreter heißt es, dass das Hospiz kein „weltanschaulich neutrales Projekt“ sei. Vielmehr werde eine „Reinigung aus allen karmischen Verstrickungen“ des Sterbenden angestrebt, um „dem Verstorbenen auf seiner gefahrenvollen Wanderung im Zwischenreich des Bardo beizustehen“. Für den Christen sei der Tod das Ende seiner einmaligen Existenz. Für nicht wenige Menschen führe das bevorstehende Lebensende zu intensiven Auseinandersetzungen mit dem Glauben, für die sie seelsorgerischen, christlichen Beistand erbäten. Die Hintergründe der Kooperation zwischen Kreis, Kliniken und dem geplanten Hospiz wollen Landrat und Klinikleitung heute erläutern.

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Jahrgang 1960, Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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