15.05.2009 · Das Aus für das Werk des Autozulieferers Mahle in Alzenau ist nach derzeitigem Verhandlungsstand vom Tisch. Das sagte der IG Metall-Bevollmächtigte Herbert Reitz: „Die Entwürfe, die die Schließung beinhalten, sind weg.“
Das Aus für das Werk des Autozulieferers Mahle im unterfränkischen Alzenau ist nach derzeitigem Verhandlungsstand vom Tisch. Das sagte der IG Metall-Bevollmächtigte Herbert Reitz in Aschaffenburg. „Das Werk wird nach unserer jetzigen Lesart nicht geschlossen. Die Entwürfe, die die Schließung beinhalten, sind weg.“ Mit der Konzernleitung in Stuttgart sei am Donnerstag zudem darüber gesprochen worden, in den kommenden zwei Jahren keine Kündigungen auszusprechen. Die Verhandlungen sollen am Montag fortgesetzt werden. Unterschrieben sei noch nichts.
Nach den bisherigen Plänen des Kolbenspezialisten Mahle soll das Werk im Landkreis Aschaffenburg mit mehr als 420 Mitarbeitern wahrscheinlich noch in diesem Sommer geschlossen werden. Dagegen protestieren die Beschäftigten seit Wochen. In der Nacht zum Donnerstag hatte ein Großteil von ihnen schließlich die Arbeit komplett eingestellt, sich in der Kantine getroffen und stundenlang ausgeharrt. Am Freitag traf sich die Belegschaft nach Reitz' Worten zu einer Betriebsversammlung, die Produktion ruhte.
Werk arbeitet laut Konzern nicht kostendeckend
Das Management des Autozulieferers hat den Beschäftigten mit Kündigungen gedroht, wenn sie weiter gegen die drohende Schließung protestieren. Bei den Aktionen handele sich um einen „wilden Streik“, der nicht angemeldet worden sei, sagte eine Mahle-Sprecherin am Freitag in Stuttgart. Es seien Listen über die Teilnehmer erstellt worden. Die Beschäftigten bekämen schriftliche Abmahnungen. Sollten die Arbeitsniederlegungen anhalten, drohe die Kündigung.
An dem Standort werden unter anderem Autokolben hergestellt. Die Produktion soll nach Betriebsratsangaben nach Polen ausgelagert werden. Das Werk arbeitet laut Konzern seit Jahren nicht mehr kostendeckend.
Am Montag will das Mahle-Management in Stuttgart erneut über einen Interessenausgleich für die Beschäftigten in Alzenau beraten. Ob bei dem Treffen abschließende Entscheidungen gefällt werden, ist offen. Mahle hatte Ende April nach einem Gewinneinbruch ein umfassendes Sparprogramm und den Abbau von zehn Prozent der gut 49.000 Stellen im Konzern angekündigt. Im Inland beschäftigt Mahle 9000 Mitarbeiter.