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Autohersteller in der Krise Fiat greift angeblich nach Opel

23.04.2009 ·  Die Anzeichen für einen Einstieg von Fiat bei Opel verdichten sich. Laut dem Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz wollen die Italiener die Mehrheit übernehmen. Er fürchtet einen massiven Stellenabbau. Fiat selbst äußert sich noch nicht dazu. Neben Fiat gilt auch ein Konsortium mit dem Autozulieferer Magna als interessiert.

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Die Anzeichen für einen möglichen Einstieg des italienischen Autobauers Fiat bei Opel verdichten sich. Fiat will offenbar bei der GM-Tochter einsteigen und die Mehrheit übernehmen. Das sagte der Opel- Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der am Donnerstag. Eine entsprechende Absichtserklärung soll laut einem Medienbericht am kommenden Dienstag unterzeichnet werden. Opel lehnte einen Kommentar ab. Fiat wollte sich bei der Vorlage seiner Quartalszahlen in Mailand zunächst nicht zum Thema äußern. Die Italiener hatten bislang ein Interesse an Opel zurückgewiesen. Das Dementi fiel jedoch halbherzig aus.

Ein Einstieg der Italiener bei Opel stößt auf massiven Widerstand der Beschäftigten. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hat scharfen Widerstand angekündigt. Er fürchtet den Abbau von Arbeitsplätzen und Werksschließungen in Deutschland. Die Produktpaletten der Hersteller würden sich komplett überschneiden. Franz befürchtet, dass Fiat spätestens nach der Bundestagswahl in Deutschland massiv Stellen abbauen werde. Opel und Fiat machten sich in allen Segmenten „brutale Konkurrenz“. Fiat strebe keine strategische Partnerschaft an, kritisierte Franz. Das Unternehmen wolle lediglich kurzfristig an Bürgschaften kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte einem möglichen Investor von Opel Ende März staatliche Unterstützung zugesagt.

Auch Magna und Gaz gelten als Interessenten

Neben Fiat gilt auch ein Konsortium aus dem österreichisch- kanadischen Autozulieferer Magna und dem russischen Hersteller Gaz als Interessenten für Opel. Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf solle deswegen bereits beim GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster vorgesprochen haben, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Regierungskreise. Magna wollte sich dazu nicht äußern.

Außerdem will sich der „Rheinischen Post“ zufolge die größte Bank Russlands, die Sberbank, an dem möglicherweise neuen Opel-Konzern beteiligen, sollten Magna und Gaz den Zuschlag bekommen. Die Russen hätten bereits Kontakt zum Umfeld des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier aufgenommen.

Koch: Noch keine Entscheidung gefallen

Nach Angaben des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) ist beim Verkauf von Opel noch keine Vorentscheidung gefallen. „Der Autozulieferer Magna und Fiat reihen sich ein in die Reihe möglicher Partner“, sagte Koch am Donnerstag in Wiesbaden. Er sei aber froh über das Interesse der Investoren an dem angeschlagenen Autobauer. „Es zeigt sich mit Blick auf die Adam Opel GmbH jeden Tag stärker, dass es entgegen früheren Behauptungen interessante private Investoren gibt.“ Es sei auch gut, dass es dabei Wettbewerb gebe.

Opel und Fiat haben eine gemeinsame, aber wenig erfolgreiche Geschichte. GM hatte sich vor neun Jahren an Fiat beteiligt, stieg Anfang 2005 gegen eine Zahlung von 1,5 Milliarden Euro aber wieder aus der Allianz aus.

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