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Archäologie Keltenfürst wird auf den Glauberg zurückkehren

 ·  Die vor zehn Jahren gefundene Sandsteinstatue des „Keltenfürsten vom Glauberg“ mit Grabbeigaben werden an ihren Fundort zurückgebracht. Von 2009 an werden die rund 2500 Jahre alten Fundstücke in einem neuen Keltenmuseum ausgestellt.

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Die rund 2500 Jahre alte Sandsteinstatue des Keltenfürsten vom Glauberg wird in drei Jahren an ihren Fundort zurückkehren. Wie Wissenschafts- und Kunstminister Udo Corts (CDU) bei einem Besuch des Glaubergs sagte, wird das Land auf dem Plateau in Sichtweite des rekonstruierten Fürstengrabhügels und neben dem Archäologischen Park für mehr als sechs Millionen Euro ein neues Keltenmuseum errichten. In dem Neubau sollen neben der vor zehn Jahren entdeckten Originalstatue des Keltenfürsten auch die auf dem Glauberg ausgegrabenen prachtvollen Grabbeigaben ausgestellt werden. Entgegen bisherigen Einschätzungen äußerte Corts gestern, daß die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen in dem Museum auf dem Glauberg doch gewährleistet werden könnten.

„Der Keltenfürst soll dort gezeigt werden, wo er gefunden wurde“, sagte Corts. Mit dem Museum - der Minister bezeichnete das Projekt als kulturellen „Leuchtturm für die Region“ - könne der strukturschwache östliche Teil des Wetteraukreises „einen Riesensprung nach vorne machen“. Einige Dutzend Bürger, die sich in den vergangenen Monaten mit Mahnwachen, Demonstrationen und Petitionen für die Rückkehr der Symbolfigur an ihren Fundort eingesetzt hatten, quittierten die Ankündigung des Ministers spontan mit Beifall.

Glauberg wird zum Keltenmuseum ausgebaut

Corts hat sich somit von seinen bisherigen Überlegungen verabschiedet, ein Keltenmuseum im Bad Nauheimer Sprudelhof einzurichten. Bereits in der vorigen Woche hatte sich abgezeichnet, daß die Landesregierung die Pläne für ein Keltenmuseum in den Jugendstilgebäuden der Kurstadt nicht weiterverfolgen wird. Noch im November vorigen Jahres hatte sich Corts in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für eine „Tandemlösung“ mit einem Keltenzentrum im Sprudelhof und einem wesentlich kleineren Besucher- und Informationszentrum auf dem Glauberg ausgesprochen. Der Minister hatte seinerzeit gesagt, sofern die Einrichtung des Museums in Bad Nauheim finanzierbar und verwirklichbar sei, halte er es für die wahrscheinlichste Variante. Es werde mit beiden Standorten „einen Zweiklang“ in der Wetterau geben. Falls sich das Keltenmuseum im Sprudelhof nicht realisieren lasse, würden die Originalfunde im Landesmuseum Darmstadt bleiben, so der Minister damals.

Nun äußerte Corts, nachdem der Sprudelhof nach einer intensiven Prüfung als Museumsstandort nicht mehr in Frage komme, werde das Land den Archäologischen Park Glauberg zum Keltenmuseum ausbauen. In ein solches Museum gehörten dann aber auch die Originalfunde. Der Christdemokrat folgt hierbei dem vom Landesarchäologen Egon Schallmayer favorisierten dezentralen Ausstellungskonzept für die Landesarchäologie, das die Präsentation einzelner historischer Epochen an unterschiedlichen Orten vorsieht. Als Vorbild für das geplante Keltenmuseum soll die Saalburg bei Bad Homburg mit der Darstellung der römischen Zeit dienen. Wie der Minister sagte, sollen nach der Fertigstellung des Museums Anfang 2009 jährlich rund 160.000 Menschen den Glauburg besuchen - in etwa so viele wie die Saalburg. In diesem Jahr rechnet die gemeinnützige Gesellschaft Archäologischer Park Glauberg mit rund 40.000 Besuchern.

Fürst zur Zeit im Landesmuseum Darmstadt

Zur Verwirklichung des Parks hatte das Land schon im vergangenen Oktober sechs Grundstücke am Glauberg mit einer Fläche von rund 69.000 Quadratmetern für rund 270.000 Euro gekauft, auch um auf diese Weise eine archäologische Schutzzone für die Keltenforschung zu sichern. Bei den Arealen handelt es sich um den von der Gemeinde Glauburg erworbenen Grabhügel des Keltenfürsten und um Flächen für das geplante Museum sowie für Veranstaltungen und Parkplätze.

Im nächsten Frühjahr soll das Landesamt für Denkmalpflege zunächst das für das Museum vorgesehene Areal untersuchen, um mögliche weitere archäologische Funde sicherzustellen. Das Hessische Baumanagement wird Corts zufolge demnächst einen Realisierungswettbewerb ausrichten. „Das Land wünscht eine dem authentischen Fundort des Keltenfürsten angemessene herausragende Architektur des Museums.“ Dem Preisgericht sollen auch Vertreter aus der Wetterau angehören. Der Baubeginn ist für Herbst 2007 geplant.

Wie Corts weiter sagte, wird das Land das Museum betreiben und für die jährlich rund 250.000 Euro Folgekosten aufkommen. Bis zur Fertigstellung des Neubaus sollen Fürst und Grabfunde im Landesmuseum in Darmstadt bleiben, wo sie in einer Sonderausstellung gezeigt werden.

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Von Matthias Alexander

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