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Veröffentlicht: 17.02.2017, 14:04 Uhr

Nach Pinguin-Fund Angst vor kriminellen „Tier-Sammlern“

Nach Diebstahl und Tod eines Pinguins in Mannheim wächst auch im Rhein-Main-Gebiet die Angst vor solchen Taten. Aber die Zoos haben sich gewappnet.

von , , Frankfurt/Kronberg
© dpa Geschützt: Die Pinguine im Frankfurter Zoo schwimmen hinter Glas. Auch die neue Anlage, die derzeit gebaut wird, soll Diebstähle unmöglich machen.

Als der Mannheimer Luisenpark vor einigen Tagen den Verlust eines Humboldt-Pinguins meldete, wurde Manfred Niekisch hellhörig. Ein Pinguin, der einfach von selbst verschwindet, so etwas gebe es nicht, sagt der Direktor des Frankfurter Zoos. In Momenten wie diesen geht der Biologe selbst noch einmal die Gehege seines Tierparks ab, schaut nach, ob alles in Ordnung ist. Nur zur Sicherheit. In der Vergangenheit kam er manchmal schon zu dem Schluss, dass das eine oder andere Terrain noch besser gesichert werden muss. Und vielleicht wird es auch diesmal so sein. Denn das Schicksal des erst zehn Monate alten Pinguins, der gestern ganz in der Nähe des Zoos tot aufgefunden wurde, nachdem er offenbar von Fremden verschleppt worden war, erschüttert Tierfreunde in der ganzen Republik. Noch ist nicht klar, wie der Humboldt-Pinguin zu Tode gekommen ist.

Bernhard Biener Folgen:

Aber er habe sich unmöglich selbst aus dem Gehege befreien können, heißt es im Mannheimer Luisenpark. Der Kadaver werde nun auf Fremdspuren hin untersucht. Der Fall löst in anderen Tierparks nicht nur Besorgnis aus, sondern es stellt sich auch die Frage: Wer macht so etwas? Und haben die Diebstähle System? Offenbar war nämlich der Diebstahl des kleinen Pinguins kein Einzelfall. Die Deutsche Presse-Agentur hat sämtliche Fälle, in denen Tiere aus Zoos offenbar gestohlen worden sind, recherchiert. Die Liste ist erschreckend lang: geraubte Papageien in Krefeld, verschwundene Affen in Magdeburg, gestohlene Bussarde in Berlin. Und immer wieder werden auch Pinguine als gestohlen gemeldet. So etwa vor zwei Jahren in Dortmund, als gleich drei Tiere verschwanden. Zuvor meldete der Zoo in Heidelberg ein Tier als vermisst, wie die Agentur schreibt.

Was hinter den Tierdiebstählen stecken könnte

Ähnliche Fälle in den großen hessischen Tierparks gab es in jüngerer Vergangenheit nicht; weder im Frankfurter Zoo noch im Opelzoo. Lediglich in ferner Vergangenheit war es dort einmal zu Diebstählen von Greifvögeln, Aras und Papageien gekommen. Seitdem sei das aber kein Thema mehr gewesen, heißt es – bis jetzt. Denn zumindest in Frankfurt nimmt man den Mannheimer Fall zum Anlass, das eigene Sicherheitskonzept für die Tiere noch einmal zu überdenken. Niekisch sagt, man werde das Thema „natürlich nun intensiv weiterverfolgen“. In Frankfurt seien die Sicherheitsstandards aber schon „sehr hoch“. Es sei nicht ohne weiteres möglich, an die Tiere zu gelangen. „Schon gar nicht an die vielen Tiere in den Häusern, da müsste man ja erst einmal Türen aufbrechen.“

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Speziell für die neue Pinguin-Anlage, die zurzeit gebaut wird, seien die Sicherheits-standards auf dem neusten Stand. Dennoch weiß Niekisch, dass es einen Markt für exotische Tiere gibt und dass diejenigen, die mit Diebstählen beauftragt werden, kriminell agieren. Die Auftraggeber können private Sammler sein, „die unbedingt ein Tier besitzen wollen, das es in einer Tierhandlung eben nicht zu kaufen gibt“. Ebenso habe man aber auch immer im Blick, welche tierischen Produkte als angebliche Medizin in einigen Ländern gerade nachgefragt sind. Eines der prominentesten Beispiele sei das Nasenhorn. Nach Angaben von Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ), seien hochbedrohte Arten, vor allem Vögel und Reptilien, auf dem Sammler-Markt besonders begehrt. Dazu passt der Diebstahl des Mannheimer Humboldt-Pinguins, der dann tragisch endete.

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