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Afrika-Konferenz Holzkreuze und handgeschabte Spätzle

04.11.2007 ·  Bundespräsident Horst Köhler hat in der ehemaligen Zisterzienserabtei Kloster Eberbach seine dritte Afrika-Konferenz veranstaltet. Gäste waren die Staatspräsidenten von Moçambique, Botsuana, Nigeria und Benin.

Von Oliver Bock
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Nach Bonn und Accra nun also Eberbach. In der ehemaligen Zisterzienserabtei im Rheingau hat Bundespräsident Horst Köhler am Wochenende seine dritte Afrika-Konferenz veranstaltet. Die Wahl des abgelegenen, 1136 gegründeten Klosters war insofern folgerichtig, als die Frage „Traditionen und Wert: Ballast oder Orientierung bei der Gestaltung der Moderne?“ eines der drei Leitthemen der Konferenz mit den Staatspräsidenten von Moçambique, Botsuana, Nigeria und Benin war.

Henning Mankel kritisiert Europas Afrikapolitik

Unter den eingeladenen Intellektuellen und Kulturschaffenden war auch der schwedische Schriftsteller Henning Mankell, der dem Vernehmen nach scharfe Worte für das aus seiner Sicht kritikwürdige Verhalten Europas gegenüber dem afrikanischen Kontinent fand.

Markus Hebgen, Stiftungsvorstand in Eberbach, hatte den Bundespräsidenten und seine Frau am Samstag zur Begrüßung kleine Kreuze aus Rebstockholz, gefertigt in der Behindertenwerkstätte des St. Vincenzstifts in Rüdesheim, überreicht. Altbischof Franz Kamphaus hatte dazu einen erläuternden Text verfasst. Weitsichtig hatte Hebgen zudem schon im März eigens ein erstes offizielles „Gästebuch“ für das Kloster anfertigen lassen, in das sich künftig die prominenten Besucher eines der wichtigsten Repräsentationsorte der Landesregierung eintragen sollen. Die Präsidenten nahmen den vierten Eintrag vor – nach den Verteidigungs- und den Landwirtschaftsministern der EU und dem japanischen Innenminister.

Köhler: Kloster ein „besonderen Ort“

Das strenge Protokoll gab Hebgen zudem kurz die Gelegenheit, den Staatspräsidenten quasi im Vorbeigehen einen Abriss der neunhundertjährigen Geschichte von Eberbach zu geben. Den musikalischen Auftakt der Konferenz gestalteten 50 Schüler der Eltviller Gutenberg-Realschule gemeinsam mit der in Westafrika aufgewachsenen Afrojazz-Sängerin Sonja Kandels.

Köhler selbst nannte das Kloster einen „besonderen Ort“, der in seiner Geschichte viele Wandlungen erlebt habe und dadurch bis heute die Menschen stimuliere. Der in Eberbach nach Umberto Ecos Roman gedrehte Film „Der Name der Rose“ erzähle davon, wie „geistige Enge ins Unglück führen kann“.

Merkel stiehlt Köhler die Show

Das Interesse vor allem der deutschen Medien an Köhlers Konferenz schien insgesamt gering, und in den nationalen Sonntagszeitungen stahl die Kanzlerin mit ihrem Überraschungsbesuch in Afghanistan dem Bundespräsidenten mit seinen afrikanischen Besuchern die Schau. Am Abend waren rund 200 Gäste zu einem Dinner ins Laiendormitorium geladen, wo sie zu Fruchtsäften oder Weinen der Staatsweingüter mit gratiniertem Zander, Wildkraftbrühe und geschmorten Kalbshaxenscheiben verwöhnt wurden und einige der afrikanische Gäste vermutlich das erste Mal in ihrem Leben „hand-made Swabian noddles“ begegneten: handgeschabten Spätzle.

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