http://www.faz.net/-gzg-82upg

Wiesbaden startet Versuch : Onlineportal für Kitaplätze

Alles belegt: Ein Schuhregal in einer Kindertagesstätte in Hessen Bild: dpa

Wer ein Kind hat und einen Betreuungsplatz sucht, kennt die Strapazen: Jede Kita muss einzeln angeschrieben und besucht werden. In Wiesbaden soll nun ein Internetportal den langwierigen Prozess abkürzen.

          In Wiesbaden können Eltern sich nun online bei den 24 Biebricher Kindertagesstätten vormerken lassen. Damit reagiert die Stadt auf viele Beschwerden junger Eltern und eine Initiative der Stadtverordneten Simone Koch (CDU). Dass das bisherige Verfahren völlig inakzeptabel sei, zeigten ihr vor zwei Jahren die Erfahrungen mit ihrem Sohn. „Eine wahre Rundreise durch die Stadt“ sei nötig, um sich in jeder einzelnen in Frage kommenden Einrichtung auf die Warteliste setzen zu lassen, klagte sie.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Anschließend müssten die Eltern in regelmäßigen Abständen ihr Interesse bekunden. Je nach Kita sei dies monatlich, quartalsweise oder einmal im Jahr nötig. „Man muss einen Fristenkalender führen, um bloß nichts zu verpassen.“ Schließlich unterzeichne man sicherheitshalber mehrere Verträge, von denen am Ende nur einer wirksam werde.

          90 Prozent der Eltern kritisieren schlechte Vergabepraxis

          Koch führte auch eine repräsentative Zufallsstichprobe ins Feld. Danach betrachtete im Jahr 2011 nur etwa ein Drittel der Eltern Wiesbaden als familienfreundliche Stadt. Fast 90 Prozent fanden es nicht nur wichtig, die Betreuung auszubauen. Sie sahen auch organisatorische Mängel bei der Vergabe der vorhandenen Plätze. Vor allem forderten sie eine raschere Vergabe, damit sie ihren beruflichen Wiedereinstieg verlässlich planen könnten.

          Die Stadt Düsseldorf diente mit ihrem Verfahren als Vorbild. Die Wiesbadener Variante heißt nun „Wikita“. Auf die Startseite im Internet gelangt man, wenn man www.wiesbaden.de/kitas anwählt. Wer beispielsweise „Biebrich“ eingibt, bekommt die dortigen Einrichtungen angezeigt und kann sich über sie im Einzelnen informieren. Mit einem Klick kann man sein Kind vormerken lassen, allerdings höchstens in zehn Einrichtungen.

          Die Vormerkungen werden grundsätzlich in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Sobald ein Platz frei wird, meldet sich die Kindertagesstätte bei den Eltern, die dann zu Besuch kommen müssen. Verläuft er erfolgreich, wird das Kind aufgenommen und aus dem System gelöscht. So hat die Stadt jederzeit einen genauen und verlässlichen Überblick über den aktuellen Bedarf an Plätzen. Kein Kind steht auf Wartelisten, obwohl es längst einen Platz hat.

          Wenn das Pilotprojekt in Biebrich gut läuft, sollen die 162 Kindertagesstäten in den anderen Stadtteilen in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls nach und nach in das System integriert werden.

          Weitere Infos

          Wiesbadener Kitaplatzberatung: Telefon 0611/31 21 01

          Broschüre zu Kitas in Wiesbaden hier

          Weitere Themen

          „Fehler können passieren“

          Panne bei Hessenwahl : „Fehler können passieren“

          Für den hessischen Landeswahlleiter ist der Rummel um Tausende falsch ausgezählte Stimmen am Wahlabend in Hessen unverständlich. Fehler seien normal, müssten aber korrigiert werden. Und er hat Verbesserungsvorschläge.

          So stimmt die Stimme Video-Seite öffnen

          Eine Sprechtrainerin erklärt : So stimmt die Stimme

          Heidi Puffer ist auf der Suche. Das, was sie zu finden erhofft, ist nicht zu sehen, wohl aber zu hören. Denn immer dann, wenn Puffer eingeschaltet wird, droht auch der hörbare Rest in monotonem Einklang zu verschwinden.

          Feiern wie einst

          Love-Parade-DJ Dr. Motte : Feiern wie einst

          In der Darmstädter Centralstation legt der Love-Parade-Mitbegründer Dr. Motte aus Berlin auf. Der Abend wird eine Hommage an die Tage der Szene, als es so richtig losging.

          Topmeldungen

          Mays Brexit-Deal : Zumindest der Umweltminister bleibt

          Bislang zeichnet sich keine Mehrheit für Mays Brexit-Entwurf ab, doch alternative Szenarien haben noch weniger Unterstützer. Richtungsweisend könnte das angekündigte Misstrauensvotum werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.