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Verkehr in Mainz : Verwirrende Verkehrsführung

Großbaustelle: Die Arbeiten an der Mainzer Parcusstraße kommen zügiger voran als gedacht. Bild: Cornelia Sick

Das große Chaos auf den Straßen von Mainz bleibt in den Ferien bislang aus. Doch auch so machen die vielen Umleitungen den Autofahrern genug zu schaffen.

          Die auf dem Münsterplatz frisch verlegten Bordsteinkanten aus lange haltbarem Granit sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bahnhofstraße, wenn sie erst einmal umgestaltet ist, so schnell nicht wieder angefasst werden soll. Bis zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 2. und 3. Oktober in Mainz dürfte die Verwandlung der etwa 250Meter langen Hauptverkehrsachse in einen Boulevard nahezu abgeschlossen sein. Und schon jetzt lasse sich erahnen, „wie schön das später einmal aussehen wird“, sagte die wegen der vielen Staustellen in der Stadt in der Kritik stehende Verkehrsdezernentin, Katrin Eder (Die Grünen), gestern bei einer Begehung der Großbaustelle zwischen Münsterplatz und Parcusstraße.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

          Rund fünf Millionen Euro werden an dieser Stelle investiert, um die Straßenbahngleise zu verlegen, Ver- und Entsorgungsleitungen auszutauschen, Bäume zu pflanzen und die Straßendecke zu erneuern. Den beteiligten Firmen – vor allem der Rohde-Gruppe aus Nordhessen und der AGT GmbH aus Mainz – sei es zu verdanken, dass man gut in der Zeit liege, sagte Eder; und die von vier auf zwei Spuren verengte Parcusstraße wohl schon in zehn Tagen, also drei Wochen früher als gedacht, wieder komplett für den Kraftfahrzeugverkehr freigegeben werden könne. Gegen Ende der Sommerferien um den 11. August herum soll es auch auf der Binger Straße, also auf der anderen Seite der Bahnhofstraße, für Autos, Busse und Lieferfahrzeuge wieder deutlich zügiger vorangehen.

          Für Ortsunkundige bleibt es recht verwirrend

          Dass das von Fachleuten befürchtete „ganz große Chaos auf den Straßen von Mainz“ ausgeblieben sei, hänge offensichtlich mit den Sommerferien zusammen, hieß es gestern: und das, obwohl auf der sanierungsbedürftigen Theodor-Heuss-Brücke momentan nur ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung stehe, die Saarstraße als Hauptverkehrsachse zwischen Europakreisel und A60 zudem eine neue Fahrbahndecke erhalte, am Binger Schlag massiv gebaut werde und in der Schillerstraße mit dem Austausch von Gleisen begonnen worden sei. Das zuletzt genannte Projekt kann nach Angaben von Jochen Erlhof, Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft, voraussichtlich erst nach der Einheitsfeier im Oktober abgeschlossen werden.

          Für Ortsunkundige dürfte es also auch weiterhin noch recht verwirrend sein, wenn sie sich im Auto der Innenstadt nähern, in der mit Zusatzbeschilderungen und Absperrbarken auf die vielerorts geänderte Verkehrsführung hingewiesen wird. Nicht eben besser ergeht es Verkehrsteilnehmern aktuell auf dem um die Stadt herumführenden Autobahnring, der neben der Dauerbaustelle an der Schiersteiner Brücke seit Anfang des Monats zusätzlich auch noch den Abriss einer Autobahnbrücke am „Kreuz Süd“ zu bieten hat. Für Niederlegung und Neubau des zur A60 gehörenden, aus zwei Teilen bestehenden und knapp 100 Meter langen Bauwerks von 1965 rechnet der zuständige Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz mit Kosten von rund 15 Millionen Euro. Die Arbeiten an der über die A63 führenden neuen Straßenbrücke, deren völlig maroder und deshalb auch nicht mehr zu sanierender Vorgängerbau von bis zu 100000 Fahrzeugen am Tag genutzt wird, sollen bis zum Sommer 2020 abgeschlossen sein.

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          Zu alledem gibt es für Verkehrsteilnehmer immer wieder einmal Überraschungen: so wie gestern, als die Hechtsheimer Straße nach starken Regenfällen gesperrt werden musste. Schließlich waren zuvor mehrere Stahlplatten abgesackt, die man im Zusammenhang mit Arbeiten am Fernwärmenetz für das Neubaugebiet „Heiligkreuzareal“ als Kanalabdeckung ausgelegt hatte. Die Vollsperrung der zuletzt ohnehin nur noch einspurig befahrbaren Straße zwischen Oberstadt und Hechtsheim kann nach Einschätzung der Stadtverwaltung vermutlich heute im Laufe des Vormittags wieder aufgehoben werden.

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